Nächster Paukenschlag bei Abfangjägern: Geplatzter Gripen-Deal wird genau überprüft

Schweden nimmt Deal mit Österreich "unter die Lupe" Justizvertreter wollen die Ermittlungen koordinieren

Nächster Paukenschlag bei Abfangjägern: Geplatzter Gripen-Deal wird genau überprüft

Schweden nimmt das geplatzte Gripen-Geschäft mit Österreich genauer unter die Lupe. Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen zum Gripen-Deal mit Tschechien auch über den nicht zu Stande gekommenen Abfangjäger-Deal des Herstellers Saab mit dem österreichischen Bundesheer. Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast sagte gegenüber der Nachrichtenagentur TT, er wolle im Zuge seiner Ermittlungen auch andere Saab-Deals, wie den Verkauf von 28 Abfangjägern nach Südafrika sowie das nicht zu Stande gekommene Geschäft mit Österreich überprüfen.

Der für die Ermittlungen in Korruptionsangelegenheiten zuständige Van der Kwast bestätigte auch, dass er Anfang Mai im Rahmen der EU-Kooperationsstelle für Justiz- und Ermittlungszusammenarbeit (Eurojust) mit Vertretern der Staatsanwaltschaften Tschechiens, Großbritanniens und Österreichs zusammentreffen wird, um die weiteren Ermittlungen zu koordinieren. "Wir wollen uns anschauen, was wir für gemeinsame Spuren haben und uns dann die Arbeit aufteilen", sagte Van der Kwast laut TT.

Mehrere Personen verhört
Das gesammelte Material sei "sehr umfangreich" und es müssten zahlreiche Personen einvernommen werden. In Schweden bereits verhört wurden mehrere Personen in der Geschäftsleitung des Flugzeugherstellers Saab. Van der Kwast rechnet damit, dass die mit Ermittlungsarbeiten "einige Monate" in Anspruch nehmen werden.

Vorwürfe gegen Saab und Gripen
Mehrere Medien, darunter die britische Tageszeitung "The Guardian" und das Schwedische Fernsehen SVT hatten Ende Februar Vorwürfe gegen Saab und das britisch-schwedische Verkaufskonsortium Gripen International erhoben. Diese hätten unter anderem tschechische Parlamentarier bestochen, um den Abfangjäger-Deal für Schweden an Land zu ziehen, hieß es damals.

Rauch-Kallat-Gatte involviert?
SVT behauptete auch, dass der österreichische Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, Ehemann von Ex-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) in die angebliche Korruptionsaffäre verwickelt sei. Dieser wies jedoch die Vorwürfe, insbesondere den Erhalt der in dem TV-Bericht behaupteten Provisionen in der Höhe von rund 8,7 Mio. Euro als unwahr zurück.

(apa/red)