Nächster Anlauf zu Lösung für Kosovo:
Treffen für Ende August in Wien geplant

Getrennte Gespräche mit Serben und Albanern

Die Kosovo-Troika hat die Vertreter Belgrads und Pristinas zu getrennten Treffen nach Wien eingeladen, die am 29. und 30. August stattfinden dürften, berichtete die albanischsprachige kosovarische Tageszeitung "Zeri". Nach diesen Treffen werde die Troika über eine erneute Reise in die Region entscheiden, berichtete das Blatt.

Die aus Vertretern der Europäischen Union, den USA und Russlands bestehende Troika ließ bei ihrem ersten Besuch in Belgrad und Pristina am Wochenende wissen, dass sie selbst keine Vorschläge für die Lösung der Status-Frage machen würde; man erwarte Vorschläge von den beiden Seiten, den Vertretern Serbiens bzw. den Führern der Kosovo-Albaner. Die Troika soll UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon um den 10. Dezember über ihre Verhandlungsergebnisse informieren.

Während die serbische Regierung noch vor dem ersten Treffen mit der Troika wissen ließ, dass ein neues Verhandlerteam Serbiens erst gebildet werden soll, gibt es unterdessen auch in Pristina Ideen für eine Änderung der Zusammensetzung seines Teams. Der Chefredakteur der Tageszeitung "Express" setzte sich dafür ein, die serbischen Unterhändler mit "alten Wölfen" und "neuen Kämpfern" zu konfrontieren. Zu ihnen zählte der Journalist sowohl Rexhep Qosja, einen Schriftsteller und Menschenrechtler der älteren Generation, als auch den Leiter der nationalistischen kosovo-albanischen Organisation "Vetevendosje" (Selbstbestimmung), Albin Kurti.

Kurti befindet sich nach gewaltsamen Protesten in Pristina für eine sofortige Unabhängigkeit des Kosovo im Februar derzeit weiter in Untersuchungshaft. Das aktuelle Verhandlerteam der Kosovo-Albaner setzt sich aus Präsident Fatmir Sejdiu, Regierungschef Agim Ceku und den Chefs der führenden Parteien im kosovarischen Parlament zusammen.

(apa)