Nacktscanner ist passé: Forscher setzen bei Sprengstofferkennung auf Schnüffelmäuse

Feine Nagetiernasen erkennen Bomben am Geruch Mäusescanner sollen billiger und effizienter sein

Nacktscanner ist passé: Forscher setzen bei Sprengstofferkennung auf Schnüffelmäuse © Bild: Corbis

Wer befürchtet in Zukunft am Flughafen ständig emsig herumeilenden Nagern ausweichen zu müssen, darf beruhigt werden: Die ausgebildeten Nager werden in eine Art "Mäusescanner" auf Platten gesetzt, die oberhalb eines Passagierdurchgangs installiert sind. Mischt sich der persönliche Duft einer Person mit dem eines Sprengstoffes, alarmieren die Schnüffelmäuse das Personal, indem sie in eine kleine abgetrennte Kammer laufen.

Wann kommt der Mäusescanner zum Einsatz?
In einem Einkaufszentrum in Tel Aviv wurde der Spürsinn der ungewöhnlichen Helfer bereits auf die Probe gestellt. Dafür versteckte man bei 22 Menschen Sprengstoff. Bei jeder einzelnen Testperson schlugen die Mäuse Alarm. Das israelische Unternehmen, das die Mäuse trainiert, hofft auf finanzielle Unterstützung, um das Projekt erweitern zu können.

Unbestechlich und unbezahlbar
Den wahrlich verkannten Genies unter den Tieren entgeht kein Terrorist: Ihr Geruchssinn soll sogar noch feiner als der von Hunden sein. Und dabei muss man die Schnüffler noch nicht einmal Leckerlis bestechen - die Nager arbeiten ganz ohne Belohnung. Nach zwei Vier-Stunden-Schichten können die ausgebildeten Mäuse in ihren wohlverdienten Feierabend. Bis zu ihrer "Rente" nach 18 Monaten "Dienstzeit" gibt es zum Dank gratis Logis, Kost und: garantiert keine Katzen. Wer weiß, vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis Schnüffelmäuse Polizeihunde abgelöst haben, oder eine tragende Rolle in der Aufklärung von Mordfällen bei Krimiserien im Fernsehen übernehmen.

(cat)