Nachruf von

Heli Dungler:
Sein Auftrag lebt

Nachruf - Heli Dungler:
Sein Auftrag lebt © Bild: APA/VIER PFOTEN

Heli Dungler ist nicht mehr hier. Aber sein Auftrag an uns alle lebt weiter: Jeder von uns kann Tiere retten, egal ob durch eine Spende oder Achtsamkeit.

Noch heute erinnere ich mich an jenen Frühlingstag, es muss im Jahre 1986 gewesen sein: Im Café Westend saß ich einem jungen, ambitionierten Mann mit längerem schwarzen Haar gegenüber. Heli Dungler hieß er. Großes habe er vor, sagte er mir: Er wolle eine Organisation zum Schutz der Tiere gründen. Seine Arbeit, mein Studium und die Obhut meiner eigenen Tiere, einem Pferd und ein paar Katzen, trennten jedoch unsere Wege. Er war bei Greenpeace, ich war meistens im Stall, auf der Uni oder arbeitete für den Unterhalt meiner Tiere in diversen Jobs. Längere Zeit hörte ich nichts mehr von Heli. Doch das Bild dieses Mannes und wie er passioniert von seinem Vorhaben sprach, vergesse ich nicht.

Im Jahr 1988 war es dann so weit: Die ersten Plakate mit einer roten Pfote wurden in Wien affichiert. Vier Pfoten war gegründet. Der Initiator war Heli Dungler.

Wie kein anderer stellte Heli sein Leben ganz in den Dienst jener Geschöpfe, die keine Stimme haben. Unfassbares ist ihm gelungen. Die Bären, die er aus ihrer Folter in Asien und Osteuropa befreite, lassen sich heute nicht mehr zählen. In Arbesbach bei Zwettl legte er ein Bärenschutzzentrum an.

Doch Helis Passion, Tieren zu helfen, galt allen Arten und kannte keine Grenzen. In 15 Ländern, auf fünf Kontinenten hat er die Organisation Vier Pfoten, mit internationalem Namen Four Paws, etabliert.

Erst im November 2019 setzte er ein weiteres Großvorhaben um: Er initiierte die Schließung einer Hundefleischfabrik in Kambodscha, wo jährlich drei Millionen Hunde in der Fleischindustrie qualvoll zu Tode gebracht werden.

Heli war immer der Erste, der etwas unternahm. Vor zwei Jahren rief er zum ersten internationalen Tierschutztag in Wien auf. Sogar der chinesische Künstler von Weltrang, Ai Weiwei, kam. Pläne für gemeinsame Aktivitäten wurden gefasst. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.

Am 5. Jänner verstarb Heli Dungler unerwartet. Er war dort, wo er bereits so viel geleistet hat. In Bethlehem, im Zentrum Südafrikas, wo er ein 1.250 Hektar umfassendes Refugium für Raubkatzen angelegt hat.

Heli ist nicht mehr hier. Aber sein Auftrag an uns alle lebt weiter: Jeder von uns kann Tiere retten, egal ob durch eine Spende oder Achtsamkeit. Die Tiere werden es Ihnen danken.

Schreiben Sie mir bitte: zobl.susanne@news.at

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