Nachbeben erschüttern Kamtschatka: Dutzende Siedlungen wurden verwüstet

Zahlreiche Menschen wurden bei Erdstößen verletzt

Auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands haben schwere Nachbeben mehrere Dörfer zerstört und Dutzende Menschen verletzt. In drei Siedlungen des autonomen Gebietes Korjakien seien etwa 1.500 Menschen von den Zerstörungen betroffen, teilte der Zivilschutz nach Angaben der Agentur Interfax mit. 38 Menschen erlitten Verletzungen, sieben von ihnen mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Zu drei Dörfern in der äußerst dünn besiedelten Region fehlte über Stunden jeglicher Kontakt. Die ersten Beben am Freitag hatten eine Stärke von 7,9 auf der Richter-Skala erreicht.

Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder von teilweise eingestürzten Wohnhäusern, Kindergärten und Schulen in der Ortschaft Tilitschiki. "Eine ganze Siedlung ist so zerstört, dass sie nicht mehr bewohnt werden kann", sagte der Verwaltungschef des Gebietes, Oleg Koschemjako.

Mit Hubschraubern wurden etwa 300 Menschen, vor allem Kinder, Alte und schwangere Frauen, aus dem betroffenen Gebiet ausgeflogen und in die Hauptstadt von Kamtschatka, Petropawlowsk-Kamtschatski, gebracht. "Die Menschen bekommen einen Schlafplatz und warmes Essen", sagte ein Behördensprecher.

Aus Angst vor weiteren Erschütterungen hielten sich viele Menschen im Freien auf. Auf Kamtschatka herrschten zuletzt starke Nachtfröste von bis zu minus 13 Grad. Die Nachbeben am Samstag erreichten eine Stärke von 5,1 auf der Richter-Skala. Das Autonome Gebiet der Korjaken erstreckt sich über die Nordhälfte von Kamtschatka. Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland leben knapp 24.000 Menschen. (apa)