Nach einer Woche Geiselhaft: AFP-Fotograf Jaime Razuri wurde wieder freigelassen

Peruaner: "Entführer haben mich gut behandelt" Plus: Fatah-Bewegung demonstriert für Abbas

Nach einer Woche Geiselhaft: AFP-Fotograf Jaime Razuri wurde wieder freigelassen

Ein vor einer Woche von militanten Palästinensern im Gazastreifen entführter Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP ist am Sonntag freigelassen worden. Es gehe ihm gut, sagte der 50 Jahre alte Peruaner Jaime Razuri am Abend in Gaza. Unterdessen haben vor dem Hintergrund des blutigen Machtkampfs mit der radikal-islamischen Hamas am Sonntag zehntausende Anhänger der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas Stärke demonstriert. Bei einer Kundgebung in einem Stadion in Gaza bekundeten sie ihre Unterstützung für Abbas' Plan, die dem Innenministerium unterstellten Milizen der Hamas aufzulösen.

"Meine Entführer haben mich gut behandelt und mir gut zu essen gegeben", sagte Razuri, der sich in der Obhut der Garde von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas befand. Er dankte allen an seiner Freilassung Beteiligten. Der Peruaner war am vergangenen Montag in Gaza von maskierten Männern verschleppt worden. Mehrere militante Palästinensergruppen, darunter die radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad, hatten die Entführung verurteilt und die Freilassung des Journalisten gefordert.

Wie lokale Medien berichteten, bezeichnete Mohammed Dahlan, der starke Mann der Fatah im Gazastreifen, bei der Kundgebung anlässlich des 42. Gründungstages der Fatah in Gaza die Hamas-Milizen als "Bande". "Wendepunkt" in dem innerpalästinensischen Konflikt sei der tödliche Angriff auf das Haus eines hohen Fatah-Sicherheitsoffiziers in der vergangenen Woche gewesen, bei dem acht Menschen ums Leben gekommen waren. "Wenn sie glauben, die Mörder würden nicht bestraft, irren sie sich", sagte Dahlan. "Wenn sie einen Fatah-Anhänger angreifen, greifen wir zwei mehr (von ihnen) an."

Zuvor war den Berichten zufolge ein Video veröffentlicht worden, in dem maskierte Fatah-Kämpfer der Hamas mit Angriffen gedroht hatten, sollte die Sicherheitstruppe des Innenministeriums nicht aufgelöst werden. Die Hamas und fünf ihr nahe stehende militante Palästinensergruppen hatten daraufhin gedroht, Präsident Abbas und Dahlan persönlich für jedes Vorgehen gegen die Truppe verantwortlich zu machen.

Abbas hatte die dem Innenministerium unterstellte Hamas-Miliz für illegal erklärt und ihre Mitglieder als "Gesetzlose" bezeichnet. Ungeachtet dessen hatte die Hamas eine Verdoppelung der Truppenstärke angekündigt.

(apa/red)