Nach langem Warten ist es endlich so weit: Das erste KTM-Auto kann schon bald starten

Das Beste aus der Motorradtechnik für ein Rennauto Wer Komfort sucht, ist hier falsch, dafür gibt's Leistung

Nach langem Warten ist es endlich so weit: Das erste KTM-Auto kann schon bald starten

Was KTM hier vorhat, kommt einem Motorwelt-Erdbeben schwerer Stärke gleich. Mit dem X-Bow wird der österreichische Motorradhersteller erstmals in seiner mehr als 50-jährigen Firmengeschichte ein Automobil auf den Markt bringen! Bereits jetzt Weltmarktführer im Motorrad-Offroad-Segment soll nun auch im automotiven Sektor erfolgreich Fuß gefasst werden. Mit dem X-Bow will KTM nun auch all jenen, die keinen Motorrad-Führerschein besitzen, ein für die Marke typisches Fahrerlebnis bieten.

Autos und Motorräder sind eigentlich komplett unterschiedlich. KTM meint aber nun, die Entwicklungsprinzipien vom Zweirad auf den Sportwagen übertragen zu können. So werden das einzigartige Fahrerlebnis und die spektakulären Fahrwerte nicht allein von der Motorleistung bestimmt. Durch den Einsatz modernster Werkstoffe, einer intelligenten Konstruktion und einer puristischen Ausführung konnte das Gewicht des Fahrzeugs auf lediglich 700 Kilo beschränkt werden.

Knackiges Konzept
Im Zusammenspiel mit einem aerodynamischen Konzept und einem motorsportlich orientierten Fahrwerk ist der X-Bow weit leistungsstärkeren Sportwagen überlegen. Zu danken ist das auch der offenen Bauweise, der gerade 70 Millimeter hohen Windschutzscheibe und den nach Art von Formelsportwagen frei stehenden Rädern.

Design by Kiska
Das Design des KTM X-Bow stammt aus dem Hause Kiska. Österreichs größtes Designstudio ist seit fast 15 Jahren eng mit KTM verbunden und nicht nur für die Gestaltung der Motorräder, sondern für den gesamten öffentlichen Auftritt des Unternehmens verantwortlich.

Monocoque für alle
Kernstück des KTM X-Bow ist das Kohlefaser-Monocoque. Diese Lösung war bislang ausschließlich den höchsten Klassen im Motorsport und elitären Straßensportwagen vorbehalten. Durch neue Konstruktions- und Fertigungsprozesse kann diese Technologie nun erstmals in einem deutlich preisgünstigeren Umfeld angeboten werden.

Intelligente Turbo-Power
Für den Antrieb konnte KTM die Audi AG als Partner gewinnen. Der Vierzylinder-Motor aus Vollaluminium ist leicht, kompakt und verfügt über modernste Motorentechnologie: Vierventiltechnik, FSI-Direkteinspritzung, Hochdruck-Einspritzventile, Turboaufladung, eine stufenlos verstellbare Einlass-Nockenwelle und zwei Ausgleichswellen. Die Basisversion des KTM X-Bow wird mit diesem Motor rund 220 PS leisten. Eine weitere Version wird über eine Leistung im Bereich von 300 PS verfügen.

Die Highspeed-Maschine
Erste Simulationen weisen für den Wagen eine Beschleunigung auf 100 Stundenkilometer von unter vier Sekunden aus. Ebenfalls von der Audi AG stammen die Getriebevarianten. Serienmäßig kommt ein manuelles Sechsganggetriebe zum Einsatz, optional wird auch das Direktschaltgetriebe DSG angeboten werden.

Leistung statt Komfort
Das Leichtgewicht-Konzept fordert auch Einschränkungen. So verzichtet der X-Bow bewusst auf viele Komfortmerkmale, die sich durch ihr Gewicht und den dafür notwendigen Bauraum negativ auf die Fahrleistungen auswirken würden, beispielsweise ein Soundsystem und eine Klimaanlage. Andererseits ist der X-Bow auch allein aufgrund seines Konzepts auf viele gewichtige Elemente nicht angewiesen: Sein Leichtgewicht macht eine Servolenkung überflüssig; der schmale Windabweiser benötigt weder Scheibenwischer noch Gebläse; die auf Höhe der Sitze abfallende Seitenlinie ermöglicht einen Einstieg ohne Türen; und nicht zuletzt bietet das Karbon-Chassis gemeinsam mit Vierpunktgurten ein Sicherheitspaket, das den Einsatz von Airbags unnötig macht. Eine bewusste Entscheidung ist schließlich die Ablehnung jeglicher elektronischer Fahrhilfen. Der KTM X-Bow richtet sich als Hitech-Sportgerät an erfahrene Kunden, die auf ein filterloses Fahrvergnügen Wert legen.

Schick mit neuen Overalls
Durch den völligen Verzicht auf ein Dach sind Fahrer und Beifahrer den Elementen auf ähnliche Weise ausgesetzt wie auf einem Motorrad. Aus diesem Grund hat sich das KTM-Team auch für ein Zubehörprogramm entschieden, das Parallelen mit der Motorradwelt aufweist. So wurden Overalls entwickelt, die speziell auf den Einsatz im X-Bow abgestimmt sind. Sie werden auch in der Lage sein, gewisse Komfortaufgaben zu übernehmen, die üblicherweise dem Fahrzeug zugedacht sind – etwa Entertainment- und Kommunikationssysteme. Diese Funktionen werden direkt in die Bekleidung integriert, die überdies natürlich für Schutz gegen Kälte und widriges Wetter sorgen wird. Wesentlicher Teil der maßgeschneiderten Fahrerausstattung werden eigens für dieses Projekt entworfene Helme sein. Das Tragen dieser Helme ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von KTM empfohlen. Für die Unterbringung dieser beiden Helme im Fahrzeug ist ein geeigneter Stauraum vorhanden. Zur Abdeckung des Innenraums am stehenden Fahrzeug wird eine leicht zu montierende Plane im Lieferumfang enthalten sein.

Premiere in Genf
Dieser Leichtgewicht-Sportwagen mit innovativer Technologie wird der Öffentlichkeit zum ersten Mal auf dem Genfer Automobilsalon im März 2007 präsentiert. Noch im selben Jahr wird eine 100 Stück umfassende Vorserie im Haus des italienischen Rennwagen-Spezialisten Dallara gefertigt und von KTM vertrieben werden. Der Preis für die Basisversion wird rund 40.000 Euro betragen. Abhängig von den Reaktionen auf die Präsentation des Fahrzeugs und dem Erfolg der Vorserie plant KTM eine weiterführende Kleinserienproduktion dieses Fahrzeugs. Diese Produktion wird in Österreich stattfinden und im Jahr 2008 starten. KTM rechnet für diese Kleinserienproduktion mit einer jährlichen Stückzahl von rund 500 Einheiten.

Die Entscheidung über diese Kleinserienfertigung soll bis Ende April 2007 getroffen werden. Fällt sie positiv aus, so wird KTM bis zum Produktionsstart Ende 2008 eine kleine, aber effiziente europäische Vertriebsstruktur etablieren. In Planung ist ein Händlernetz mit ein bis zwei qualifizierten Standorten pro Land; in welchen europäischen Ländern der X-Bow angeboten werden wird, richtet sich nicht zuletzt nach der geplanten europaweiten Vereinheitlichung der Normen für die Kleinserien-Typisierung. Nach heutigem Stand ist ein Vertrieb des X-Bow in folgenden Staaten denkbar: Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweiz.