Nach Waffenruhe: Maoisten von Nepal wollen mit Regierung Gespräche aufnehmen

Entscheidung "in Übereinstimmung mit dem Volk"

Die maoistischen Rebellen in Nepal haben auf die von der Regierung am erklärte Waffenruhe mit Gesprächsbereitschaft reagiert. Die Entscheidung, mit der Regierung zu verhandeln, sei "in Übereinstimmung mit dem Volk" getroffen worden, hieß es am Donnerstag in einem an die Medien gerichteten Fax der Maoisten.

Am Sonntag hatte der nepalesische Premier Girija Prasad Koirala die Rebellen in seiner ersten Rede vor dem neuen Parlament aufgefordert, der Gewalt abzuschwören und Gespräche aufzunehmen. Die Maoisten hatten ihrerseits bereits in der vergangenen Woche eine dreimonatige Waffenpause verkündet.

In ihrer Stellungnahme forderten die Rebellen unter anderem, dass die nepalesische Armee unter die Kontrolle des Volkes gestellt werden solle. Die Truppen des Landes stehen in dem Ruf, nur dem nepalesischen König Gyanendra gegenüber loyal zu sein. Der Monarch hatte unter dem Druck von Protesten der Opposition die Macht an Parlament und Regierung zurückgegeben.

Als "amerikanische Störung in internen Angelegenheiten Nepals" kritisierte das Maoisten-Papier die Einstufung der Rebellen als Terroristen, die der US-Gesandte Richard Boucher bei einem zweitägigen Besuch in Kathmandu, der am Mittwoch endete, bekräftigte. Neben den USA stuft auch Indien die Maoisten als Terroristen ein. (apa)