Nach Waffenruhe im Libanon: Hilfe für die notleidende Bevölkerung ist angelaufen

Erster UNO-Hilfskonvoi erreicht Krisengebiet

Tausende vor den Kämpfen in den Nordlibanon geflohene Menschen machten sich inzwischen auf den Heimweg: Auf der Hauptroute in die südlichen Gebiete nahe der Hafenstadt Sidon (Saida) stauten sich hunderte Autos. Auch über die syrische Grenze kamen hunderte Wagen. In der Hafenstadt Tyrus wagten sich erschöpfte Menschen wieder aus ihren Verstecken heraus. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) forderte die Kriegsparteien auf, schnellen Zugang zu den Bedürftigen zu ermöglichen.

Die israelische Armee warnte libanesische Flüchtlinge davor, vor einem Eintreffen internationaler Truppen in den umkämpften Süden des Landes zurückzukehren. "Die israelische Armee wird die Waffenruhe respektieren, wird aber weiter ihre Truppenverbände und die Bürger Israels schützen", teilten die Streitkräfte mit. Nach einem Bericht des libanesischen Rundfunks zog sich eine "begrenzte Zahl" israelischer Soldaten aus dem Südlibanon zurück. Anzeichen für einen Rückzug von Hisbollah-Milizionären gab es nicht.

In Tyrus trafen erstmals seit Tagen zwei UN-Hilfskonvois mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten ein. Laut IKRK sind im Libanon insgesamt bis zu 450.000 Flüchtlinge auf Hilfsleistungen angewiesen. In Beirut verteilten ausländische Organisationen wie Care und World Vision Hilfsmittel. Schwedens Regierung lud 60 Staaten und internationale Organisationen zu einer Geberkonferenz für den Wiederaufbau im Libanon am 31. August ein. Der italienische Außenminister Massimo D'Alema erklärte nach einem Besuch des Südens der libanesischen Hauptstadt: "Dieser Krieg ist eine Tragödie."

(apa/red)