Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung: HP-Chef Mark Hurd gibt Rücktritt bekannt

Rechtliche Einigung mit Subunternehmerin erzielt Börse reagiert verunsichert auf unerwartete Nachricht

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung: HP-Chef Mark Hurd gibt Rücktritt bekannt © Bild: APA/EPA/Mabanglo

Der Chef des weltgrößten Computerherstellers Hewlett-Packard tritt nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurück. Mark Hurd legt mit sofortiger Wirkung alle seinen Posten nieder. Zwar seien von internen und externen Ermittlern keine Anhaltspunkte dafür gefunden worden, dass Hurd die firmeneigene Richtlinien zu sexueller Belästigung verletzt habe, wohl aber die allgemeinen Verhaltensregeln, hieß es.

Die Untersuchung habe ergeben, dass Hurd eine "enge persönliche Beziehung" zu einer Geschäftspartnerin eingegangen sei, die auch zu unzulässigen Zahlungen geführt habe, teilte der US-Konzern mit.

Mittlerweile hat Hurd eine rechtliche Einigung mit der Frau erzielt, die ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Die frühere HP-Subunternehmerin habe zudem zugestimmt, Rechtsansprüche gegen den weltgrößten Computerhersteller fallenzulassen, sagten mit dem Vorgang Vertraute am Samstagabend. "Mark hat die Sache mit der Frau geregelt", sagte ein Insider. Hurd war für die Stellungnahme nicht zu erreichen, die Anwältin der Frau wollte sich nicht äußern.

"Das ist eine schmerzhafte Entscheidung für mich nach fünf Jahren bei HP", sagte Hurd, "aber ich glaube, dass es schwierig für mich würde, als Chef bei HP erfolgreich weiterzuarbeiten." Der Rücktritt sei die einzige Entscheidung gewesen, die er und der Verwaltungsrat zu dieser Zeit hätten treffen können. Der Abgang wird Hurd versüßt - er erhält eine Abfindung von 12,2 Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro).

Börse nach Erfolgskurs von Hurd verunsichert
Die Unternehmensführung übernimmt für eine Übergangszeit Finanzchefin Cathie Lesjak. Die Suche nach einem neuen Chef läuft bereits. Hurd war seit 2005 Chef von HP. Während dieser Zeit senkte er massiv die Kosten und sorgte dafür, dass sich der Konzern breiter im Dienstleistungsmarkt aufstellte. In den fünf Jahren unter Hurd hat sich der Wert der HP-Aktie mehr als verdoppelt.

Die Börsianer reagierten verunsichert auf die überraschende Nachricht. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel 10 Prozent an Wert. Vorläufige Quartalszahlen und eine Erhöhung der Jahresprognose gingen in dem Trubel unter. (apa/red)

Kommentare

melden

Unmenschliche Methodik Verlieben in Geschäftspartnerin verboten, weil das wird dann als "Sexuelle Belästigung" interpretiert und man zum Rücktritt gezwungen wird.

Das was sich da einige Moralapostel zur Kontrolle der Gesellschaft ausgedacht haben wird immer absurder.

Es wird Zeit für eine harte Gegenbewegung bevor dieser Wahnsinn immer mehr überhand nimmt.

melden

Re: Unmenschliche Methodik Tja, wenn ich 12,5 Millionen Euro Abfindung bekommen würde, tät ich auch mit einer alten schachtel ins bett hüpfen ;)

Seite 1 von 1