Nach italienischem Vorbild: Ärztekammer fordert striktes Rauchverbot in Lokalen

Hohe Nikotinkonzentration in heimischen Gaststätten Österreich laut Ärzten bei Nichtraucherschutz zurück<br><b>PLUS UMFRAGE:</b> Striktes Rauchverbot in Lokalen?

Ein striktes Rauchverbot in Lokalen nach italienischem Vorbild hat am Freitag die Österreichische Ärztekammer gefordert. Die beiden Vize-Präsidenten, Dorner und Haas, kritisierten, Österreich habe einen "besonderen Handlungsbedarf" beim Nichtraucherschutz. Die Nikotinkonzentration in österreichischen Lokalen sei umweltmedizinischen Studien zufolge mit am höchsten in Europa.

Angestellte in Bars und Restaurants seien einer enormen Nikotin- Exposition ausgesetzt und damit in erhöhtem Maß gesundheitsgefährdet. "Die Bundesregierung muss dem Nichtraucherschutz eine höhere Priorität einräumen. Dazu gehört der konsequente Schutz der Arbeitnehmer gegen Zigarettenqualm - und zwar auch in der Gastronomie. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz", mahnte Haas.

Österreich hinke beim Nichtraucherschutz hinterher, so Dorner. Freiwillige Maßnahmen wie die Einrichtung von Nichtraucherzonen in Restaurants seien unzureichend und vielfach noch gar nicht realisiert. Dorner:"Das ist in einem so vorsorgebewussten Land untragbar. Vor allem, weil wir ja wissen, dass die Gesundheitsschäden auch bei den Passivrauchern enorm sind." "Es geht uns nicht darum, die Raucher zu bestrafen, sondern die Gesundheit der Nichtraucher zu sichern", betonte Dorner.

"Konsequente Programme zum Nichtraucherschutz sind weitaus populärer als ihr Ruf. Denn sie schützen Nichtraucher und helfen vielen so genannten dissonanten Rauchern - also Menschen die aufhören wollen, zu rauchen - dabei, ihren Vorsatz in die Tat umzusetzen", so Haas. (apa)