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Nach Unwettern: Lage entspannt sich

In Salzburg, Oberösterreich und dem Burgenland fallen die Pegel

Hochwasser in Mittersill. © Bild: APA/Wasserrettung LV SBG

Nach den heftigen Unwettern der vergangenen Tage entspannt sich die Lage in den von Hochwasser betroffenen Gebieten wieder. In Salzburg und Oberösterreich sinken die Pegel und die Aufräumarbeiten laufen an. Im Burgenland gehen diese bereits wieder dem Ende zu.

"Wir haben aktuell die Feuerwehren in Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) und in Dürnbach (Bezirk Oberwart) wegen Pumparbeiten im Einsatz", teilte eine Sprecherin der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) auf Anfrage der APA mit. Am Donnerstag zeichnete sich bereits im Laufe des Nachmittags ein enormer Rückgang an Einsätzen für die Feuerwehren des Landes ab: Insgesamt wurden von 7.00 bis 20.00 Uhr 34 Einsätze gezählt, hieß es aus der LSZ.

Überfluteter Weinberg im Burgenland.
© APA/Herbert Pfarrhofer Überfluteter Weingarten in Podersdorf.

Die Unwetter hatten die Einsatzkräfte in fast allen Teilen des Landes - nur der Bezirk Mattersburg blieb verschont - von Mittwoch, 17.00 bis etwa 22.30 Uhr, enorm auf Trab gehalten. Die Feuerwehren rückten am Mittwoch zu 342 Einsätzen aus.

Entspannung in OÖ und Salzburg

In Oberösterreich hat sich die Hochwassersituation Freitag früh entspannt. Der Pegelstand des Inns in Schärding ist fallend, meldete der Hydrografische Dienst des Landes. Im Lauf des Vormittags wird die Hochwasserwelle die Donau durchlaufen, die Pegel des Flusses werden gleichbleibende bis fallende Tendenzen aufweisen. Großflächige Überflutungen erwarteten die Experten nicht.

Auch in den Hochwassergebieten Salzburgs hat sich die Lage entspannt. "Die Pegel gehen überall zurück, die Wetter- und die hydrographischen Prognosen geben Entwarnung. Im Prinzip geht es jetzt ums Aufräumen", brachte es Markus Kurcz vom Katastrophenschutzreferat des Landes am Freitag auf den Punkt. Schwere Schäden werden allerdings aus einigen Tälern des Oberpinzgaus gemeldet.

Im Salzburger Oberpinzgau haben zwei Polizeihubschrauber am Freitagvormittag 28 Personen von mehreren Hütten im Ober- und Untersulzbachtal ausgeflogen. Die Straßen ins Tal waren von den Wassermassen teilweise völlig weggeschwemmt worden, die beiden Täler wurden von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft gesperrt. Die Urlauber wurden nach Neukirchen am Großvenediger gebracht.

Wege zerstört

Im Obersulzbachtal, im Untersulzbachtal, im Habachtal, im Rosental, teilweise auch im Wildgerlostal und im Krimmler Achental haben hochwasserführende Bäche und Muren Infrastruktur beschädigt. "Zum Teil wurden Wege auf einer Länge von 150 bis 200 Metern völlig zerstört", berichtete Bernhard Gratz, Stellvertreter der Bezirkshauptfrau von Zell am See. Wege seien unpassierbar, teilweise auch Brücken beschädigt.

Vor allem im Obersulzbachtal haben die starken Regenfälle gewaltige Muren in Bewegung gesetzt. Dort wurde auch Weidevieh getötet, so Gratz. Wie viele Tiere betroffen sind, ließ sich am Freitagvormittag aber noch nicht abschätzen. Großteils dürften die Tiere von den Wassermassen mitgerissen, zum Teil aber auch von Schlammlawinen erfasst worden sein. Die Erdmassen seien stellenweise mehrere Meter hoch.

Nach wie vor Menschen eingeschlossen

Aus dem Obersulzbachtal wurden noch am späteren Donnerstagnachmittag 28 eingeschlossene Personen mit einem Hubschrauber ausgeflogen und in einem Hotel in Neukirchen untergebracht. Dort wurden sie nach einem kurzen Check durch einen Notarzt von einem Psychologen der Bergrettung betreut. Am Freitagvormittag waren immer noch rund 40 bis 50 Menschen in mehreren Tälern eingeschlossen. "Zum Teil sind es Touristen, die mit ihren Autos in das Tal gefahren sind, jetzt aber vor unpassierbaren Straßenstellen stehen. Es ist aber niemand gefährdet, und alle hatten eine Möglichkeit, sicher zu übernachten", so Gratz.

Hochwasser in Salzburg.
© APA/Wasserrettung LV SBG Die Wasserrettung evakuiert eingeschlossene Menschen.

Die Räumtrupps und freiwilligen Helfer begannen am Freitag überall mit den Aufräumarbeiten. Das Bundesheer schickte zur Unterstützung 45 Soldaten aus dem Gebirgskampfzentrum Saalfelden. Vor allem geht es darum, die Infrastruktur möglichst rasch wiederherzustellen, sagte Gratz. Unter anderem muss eine Ersatzbrücke errichtet werden. Außerdem werden die Dämme auf Schäden überprüft.

150 Helfer im Einsatz

Die Feuerwehren hatten am Freitag noch 150 Helfer im Einsatz, und zwar in den Gemeinden Neukirchen, Bramberg, Hollersbach, Mittersill, Stuhlfelden, Uttendorf und Niedernsill, schilderte Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter der APA. Diese pumpten in mehreren Ortschaften insgesamt rund 30 Gebäude aus. Darüber hinaus halfen sie bei Reinigungsarbeiten und führten großflächige Pumparbeiten durch.

Das Landesfeuerwehrkommando schickte heute zwei Hochleistungspumpen in den Oberpinzgau. "Die Retentionsbecken sind bummvoll. Im Hinblick auf den Wetterbericht, der für Sonntag neuerliche Gewitter vorhersagt, wollen wir diese Becken so rasch wie möglich teilentleeren, weil der natürliche Abfluss recht lange dauert", so Winter. Jede dieser Pumpen kann 30 Kubikmeter Wasser pro Minute befördern.

Hochwasserschutz hat funktioniert

In Mittersill hat sich die Lage sichtlich beruhigt. Der Pegel der Salzach lag am Vormittag bereits wieder bei rund 3,40 Metern, das sind um mehr als zwei Meter weniger als am Vorabend. Die in den vergangenen Jahren vielerorts errichteten Hochwasser-Schutzeinrichtungen haben am Donnerstag ihre Bewährungsprobe bestanden, "wie zu erwarten", sagte Kurcz. In Mittersill etwa lag der Salzach-Pegel gestern über jenem des verheerenden Hochwassers im Jahr 2005, dennoch blieb der Stadt dieses Mal ein solcher Unbill erspart. Aber auch in St. Johann, Hallein, der Stadt Salzburg und Oberndorf hat der Schutz gestern funktioniert.

Hochwasser in Mittersill.
© APA/EXPA/JFK Auch in Mittersill hat sich die Lage mittlerweile wieder entspannt.

Für den Verkehr gab es am Freitag teilweise noch Einschränkungen wegen des Hochwassers. Die Salzachbrücke in Mittersill blieb vorerst gesperrt, hier bestand eine örtliche Umfahrung. Die B165 war im Bereich Rosental (Gemeinde Neukirchen) wieder einspurig befahrbar. Die Pinzgaubahn war im Abschnitt von Niedernsill-Lengdorf bis Krimml gesperrt. Dort hat das Wasser den Gleiskörper unterspült. Ob und wie lange hier die Bahn nicht fahren kann, lässt sich laut Gratz noch nicht abschätzen. Die Westbahnstrecke der ÖBB zwischen Taxenbach und Zell am See ist seit Freitagfrüh wieder offen.

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