Nach Trennung von Supermodel Kate Moss:
Pete Dohertys "Babyshambles" wieder da

"Shotter's Nation" nach Drogenentzug und Prügeleien Bleiben sie auch ohne Skandale auf der Erfolgsspur?

Nach Trennung von Supermodel Kate Moss:
Pete Dohertys "Babyshambles" wieder da

Es vergeht kaum eine Woche, in der Pete Doherty nicht in den Schlagzeilen ist. Er ist zum Drogenentzug in einer Klinik, dann hat er wieder einen Rückfall. Mal ist er mit Supermodel Kate Moss zusammen, mal von ihr getrennt. Er verprügelt Freunde und Reporter, geht ins Gefängnis oder kommt gerade raus.

Um seine Musik ging es in den Medienberichten zuletzt eher selten. Doherty schien das wenig zu stören. Die Geschichten über seine Selbstzerstörung bescherten seiner Band Babyshambles ein gut verkauftes erstes Album und volle Konzerthallen - und das, obwohl er es im Rausch häufig nicht einmal auf die Bühne schaffte.

Ruhigere Zeiten
Doch nun setzt die Band anscheinend auf einen Imagewechsel. Seit 28. September ist das neue Album "Shotter's Nation" auf dem Markt - und ein Skandal wie kurz vor der Veröffentlichung des ersten Albums "Down in Albion" im Herbst 2005 ist nicht in Sicht. Damals sorgten Bilder einer koksenden Kate Moss nebst Doherty für Aufregung. Zwar berichtete die Klatschpresse im Sommer noch ausgiebig über die Trennung des Paares sowie über Dohertys jüngste Drogeneskapaden, die ihn mal wieder vor Gericht und anschließend in den Entzug brachten. Mittlerweile ist es aber auffallend ruhig um den Babyshambles-Frontmann geworden.

Auf Entzug
Wegen des Entzugs könne der 28-Jährige im Moment keine Interviews zum neuen Album geben, teilte das Label EMI mit, bei dem die Babyshambles seit vergangenem Jahr unter Vertrag sind. Zum neuen Saubermann-Image trug auch der Produzent Stephen Street bei, der im Studio gehörig am Klang der Babyshambles feilte. Ecken und Kanten wurden herausgeschliffen, der für die Band typische rohe, unfertige Sound geglättet.

Wo ist die Originalität?
Herausgekommen sind zwölf wunderbare Songs, die - ein Wermutstropfen - zuweilen Originalität vermissen lassen und stattdessen auf Bewährtes setzen: hier ein bisschen Britpop und Indie der 80er Jahre, dort ein bisschen Blondie, The Kinks und Stone Roses. Zuweilen meint man sogar Adam Green rauszuhören. Aus dem Rahmen fällt allein das letzte Stück "Lost Art of Murder", bei dem sich Doherty von der britischen Folklegende Bert Jansch auf der akustischen Gitarre begleiten lässt. Abgesehen davon reiht sich auf "Shotter's Nation" ein Hit an den nächsten, darunter Tanzflächen-Füller wie "Delivery" und "You Talk" oder melancholische Hymnen wie "Deft Left Hand" und "Un Bilo Titled".

Produzent als Erfolgsgarant?
Damit ist Pete Doherty gelungen, was ihm eigentlich keiner mehr zugetraut hatte. Sein bleiches, aufgedunsenes Gesicht, der ausgemergelte Körper, die rot geränderten Augen und die vielen Rückfälle sprachen Bände, der totale Absturz schien kurz bevor. Jetzt muss der Skandalrocker aber vor allem eins beweisen: Ob seine Musik tatsächlich so gut ist, dass ihm auch ohne seine berühmte Ex Kate Moss ein kommerzieller Erfolg gelingt. Die Chancen stehen nicht schlecht. Schließlich hat er sich in Stephen Street einen wertvollen Verbündeten an Bord geholt. Der Produzent erwies sich bereits bei Bands wie Blur, The Cranberries, The Smiths und Kaiser Chiefs als Erfolgsgarant.

Babyshambles "Shotter's Nation", EMI Records

(apa/red)