Nach spätem Tor gegen Ried: Kuljic sorgt im Lager der Wiener Austria vorerst für Ruhe

1:0: Veilchen beim Vizemeister klar überlegen Nach vergebenen Chancen bricht Ex-Rieder den Bann

 Nach spätem Tor gegen Ried: Kuljic sorgt im Lager der Wiener Austria vorerst für Ruhe

Neuzugang Sanel Kuljic hat für Ruhe im Lager der Wiener Austria gesorgt. Nach dem hoch verdienten 1:0-Auswärtssieg gegen Vizemeister SV Ried, dem ersten Saisonerfolg, kann sich Georg Zellhofer mit dem Cupsieger nun in aller Ruhe auf das Auswärts-Derby am 5. August gegen Rapid konzentrieren. "Wir wollten diesen Sieg auch dem Trainer schenken", verkündete Kuljic, der den Treffer an seinem langjährigen Arbeitsplatz eher verhalten feierte, nach Schlusspfiff.

Nach seinem Doppelpack beim 2:2 gegen Salzburg war Kuljic auch in Ried der violette Punkte-Garant, nach einer Vielzahl an vergebenen Chancen erlöste in der 81. Minute ausgerechnet der Ex-Ried-Goalgetter die Gäste. Von Zellhofer gab es natürlich dickes Lob für den Torschützen, gleichzeitig fordert er aber von manch anderem Austrianer mehr: "Kuljic darf nicht alleine die Last tragen. Auch andere Spieler müssen aus dem Schatten treten." Der nunmehrige Austria-Coach hatte Kuljic 2001 auch von Bad Bleiberg zu Pasching geholt. "Ich kenne ihn in- und auswendig."

Zellhofer war nach den drei Remis zum Auftakt bereits leichter Gegenwind entgegengeblasen. "Natürlich steht man als Trainer unter Druck, aber so ist das Geschäft", so Zellhofer, den vor allem die läuferische und spielerische Leistung seiner Truppe mit Stolz erfüllte. "Das gibt uns Zuversicht fürs Derby", weiß der Oberösterreicher, der mit Ried-Coach Helmut Kraft einst das Trainer-Duo in Pasching gebildet hatte (Zellhofer Chef-, Kraft Co-Trainer).

Zellhofer brachte die U20-WM-Helden Okotie und Madl nicht zum Einsatz, versicherte aber: "Das ist alles besprochen. Wir haben die Burschen gut betreut, sie fühlen sich noch müde. Sie werden ihre Chance bekommen."

Ried, das erstmals seit 14. Oktober 2000 eine Liga-Heimpleite gegen die Austria kassierte, leidet derzeit unter einer ungewohnten Heimschwäche. Nach dem 2:3 gegen Mattersburg ging auch das zweite Heimmatch verloren. "Das tut schon weh", meinte Kraft, dessen Truppe dafür auswärts zweimal siegreich blieb. "Aber es ist nicht so, dass wir daheim nicht mehr das Spiel machen können. Die Austria war sehr gut und man spielt immer nur so stark, wie es der Gegner zulässt. Wir werden uns sicher steigern."

Im UI-Cup-Auswärtsmatch gegen Neftschi Baku (Hinspiel 3:1 für Ried) sollen Hackmair, Glasner und Riegler zurück ins Aufgebot kommen und für frischen Wind sorgen. Dafür ist Damjanovic nach einer gegen die Austria erlittenen Bänderverletzung fraglich. Auch in der Liga muss man die nächsten zweimal auswärts ran, gegen den LASK und gegen Salzburg. "Vielleicht ist das eh besser", zeigte Rieds Freistoßkönig Drechsel Galgenhumor.

(apa/red)