Nach Tod eines Polizisten: Vatikan fordert einjährigen Meisterschaftsstopp in Italien

L'Osservatore: "Unannehmbarer Wahnsinn" "Fußball ein Sport in Händen von Kriminellen"

Der Vatikan hat nach dem Tod eines Polizisten bei schweren Ausschreitungen am Rande des sizilianischen Derbys zwischen Catania und Palermo einen einjährigen Stopp der italienischen Fußball-Meisterschaft gefordert. Der Tod des Polizisten sei ein "unannehmbarer Wahnsinn", kommentierte die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano" die Ereignisse.

"Fußball ist ein Sport geworden, der in den Händen von Kriminellen, ja sogar von Mördern ist. Trotz der starken wirtschaftlichen Interessen muss man den Mut haben, mindestens ein Jahr lang diesen unregierbaren Zirkus zu stoppen, der von Skandalen sowie von der Gewalt von Vandalen und Kriminellen erschüttert wird. Oder man sollte die Spiele bei geschlossenen Stadien bis Ende der Meisterschaft austragen, da viele dieser Sportstätten zu einem Ort der Gewalt geworden sind", schrieb das Blatt.

Der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Tarcisio Bertone, forderte strengste Maßnahmen gegen die Gewalt. Der Beschluss des italienischen Fußballverbands, die Meisterschaft zu stoppen, sei weise, er genüge jedoch absolut nicht. "Die Meisterschaft muss nicht nur einen Sonntag pausieren. Man muss alle zu einer tiefgründigen Überlegung zwingen. Die Erziehung zum gegenseitigen Respekt ist absolut notwendig", sagte Bertone, nach dem Papst "Nummer zwei" im Vatikan und notorischer Fan von Juventus Turin. Die Gewalt in den Stadien sei Ausdruck eines sozialen Unbehagens, der bekämpft werden müsse.

(apa/red)