Nach Tod von Paul Spiegel: Zentralrat der Juden in Deutschland wählte Präsidenten

1. Frau an Spitze der jüdischen Vertretung in Politik

Nach Tod von Paul Spiegel: Zentralrat der Juden in Deutschland wählte Präsidenten

Die 73 Jahre alte Charlotte Knobloch ist neue Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der Zentralrat wählte Knobloch am Mittwoch in Frankfurt einstimmig bei ihrer eigenen Enthaltung zur Nachfolgerin des Ende April gestorbenen Paul Spiegel. Die bisherige Vizepräsidentin ist damit die erste Frau an der Spitze der politischen Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Knobloch ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Sie hatte bereits zum zweiten Mal für das Amt kandidiert: Im Jänner 2000 wollte sie die Nachfolge des im August 1999 gestorbenen Ignatz Bubis antreten, unterlag damals aber in einer Kampfabstimmung Paul Spiegel. Für Knobloch rückt als Vizepräsident neben Salomon Korn aus Frankfurt Dieter Graumann nach, der ebenfalls aus der Main-Metropole kommt.

Der Zentralrat als höchste politische und religiöse Repräsentanz der jüdischen Gemeinschaft spricht für die etwa 100.000 Juden in Deutschland. Die Zahl hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion deutlich erhöht. Vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust lebten etwa 600.000 Juden in Deutschland. (apa/red)