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Diego Costa blieb beim Debüt
für Spanien gegen Italien blass

Erstes Länderspiel des gebürtigen Brasilianers endet dank Pedro dennoch mit Sieg

Diego Costa im Länderspiel Spanien gegen Italien © Bild: DANI POZO/AFP/Getty Images

Spanien hat die an Höhepunkten arme Neuaflage des EM-Finales von 2012 gegen Italien am Mittwoch mit 1:0 gewonnen. In dem mit Spannung erwarteten Testspiel avancierte allerdings nicht Team-Debütant Diego Costa zum Matchwinner, sondern Barca-Flügelstürmer Pedro, der in Minute 63 im Madrider Stadion Vicente Calderon für die Entscheidung sorgte.

"Ich bin glücklich, aber ich weiß, dass ich viel mehr leisten kann", resümierte Costa nach seinem Premierenauftritt im Dress des amtierenden Welt-und Europameisters. In den 90 Minuten zuvor hatte der Mittelstürmer ungewohnt nervös und fast schon zurückhaltend gewirkt. "Ich wusste, dass mein erstes Spiel nicht leicht werden würde, aber ich habe mich sehr wohl gefühlt", urteilte der Atletico-Stürmer.

Zählbares gelang dem mit 21 Treffern aktuell zweitbesten Schützen in Spaniens La Liga gegen die "Squadra Azzurra" nicht, der 25-Jährige entwickelte nur wenig Torgefahr. Von Nationaltrainer Vicente Del Bosque bekam der Debütant trotzdem ein Extra-Lob. "Er wird sich Schritt für Schritt eingewöhnen. Er hat viel gearbeitet. Er hat sich so bewegt, wie wir das von ihm erwartet haben", sagte der 63-Jährige.

Pedro im Länderspiel Spanien gegen Italien
© JAVIER SORIANO/AFP/Getty Images Barca-Star Pedro erzielte das Goldtor in Madrid

Diskussionen finden ihr vorzeitiges Ende

Mit Spannung war Costas Debüt für die "Furia Roja" erwartet worden. Sein erster Einsatz im Nationalteam beendete auch die monatelangen Diskussionen über seine Einbürgerung. Der Mittelstürmer hatte sich im vergangenen Jahr gegen sein Heimatland entschieden und damit den Zorn der Brasilianer auf sich gezogen.

In seinem ersten Spiel für Spanien im Stadion seines Clubs Atletico Madrid war der Stürmer zwar engagiert, hatte aber sichtlich Anpassungsschwierigkeiten. "Der Spielstil ist anders als der bei Atletico. Daran muss ich mich erst gewöhnen, aber das werde ich schaffen", prophezeite Costa. "Mit der Zeit werde ich mehr Selbstvertrauen bekommen, ich werde mich wohler fühlen."

Costa verdrängt Villa und Torres

Auch in den Angriff des Welt- und Europameisters dürfte das Debüt von Costa Bewegung bringen. Der Mann aus dem nordostbrasilianischen Lagarto ist ein echter Mittelstürmer - ein Spielertyp, auf den Spanien zuletzt öfter verzichtet hatte. Zudem müssen sich auch David Villa und Fernando Torres Gedanken machen, die EM-Torschützenkönige von 2008 und 2012 standen am Mittwoch nicht im spanischen Kader.

Trotz des mittelmäßigen Debüts von Costa überzeugte Spanien im letzten Härtetest vor der Bekanntgabe des WM-Kaders, dominierte das Geschehen. "Wir waren aktiv, haben den Ball gut zirkulieren lassen und waren bei Angriffen von Italien auf der Hut", analysierte Del Bosque. Die Spanier sorgten damit für eine komplett ausgeglichene Bilanz im direkten Duell - bei je zehn Siegen gab es auch 13 Remis.

Prandelli von seinem Team enttäuscht

Der italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli, der auf einige Stammspieler wie Mario Balotelli verzichten musste, war enttäuscht über die schwache Leistung seiner Elf. "Die Mannschaft ist nicht in der Verfassung, um weit vorne zu pressen. Spanien war physisch stärker, in diesem Punkt hätte ich von meiner Mannschaft mehr erwartet", sagte der Italiener. Schwarz malen wollte er allerdings nicht. "Ich mache mir keine Sorgen, weil wir noch genug Zeit haben, um alles in die richtigen Bahnen zu lenken", meinte Prandelli.

Große Emotionen waren vor der Partie aufgekommen, als die Zuschauer im Stadion zu Ehren des kürzlich verstorbenen Luis Aragones überdimensionierte Transparente hochhielten und die Teams eine Schweigeminute abhielten. Aragones hatte die "Seleccion" 2008 zum EM-Titel geführt und damit die erfolgreichste Ära des spanischen Fußballs eingeläutet.

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