Schlecker von

Nach dem Aus arbeitslos

Rund 14.000 frühere Schlecker-Mitarbeiter noch ohne Job

Schlecker Filiale mit düsterem Himmel © Bild: APA/DPA/Martin Gerten

Von den ursprünglich 23.300 arbeitslos gemeldeten früheren deutschen Schlecker-Mitarbeiterinnen sind bundesweit noch immer 14.000 auf Arbeitssuche. Eine neue Stelle hätten bis Ende September 7.100 gefunden, teilte die Bundesagentur für Arbeit auf dpa-Anfrage mit. Dies sind 1.200 mehr als noch Ende August. Weitere 2.100 hätten sich aus anderen Gründen, etwa wegen Krankheit, Pensionsbezug oder aus familiären Gründen nicht länger arbeitslos gemeldet.

Viele der noch unvermittelten Schlecker-Beschäftigten sind nach Informationen aus dem BA-Verwaltungsrat älter als 50 Jahre, hätten keine abgeschlossene Ausbildung oder seien alleinerziehend. Wegen der Schlecker-Pleite haben in Deutschland 25.000 Menschen ihren Job verloren.


Österreich ist davon nicht betroffen. Denn im Juli hat der österreichische Investor Rudolf Haberleitner über seine Investmentgesellschaft TAP 09 alle 1.350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg übernommen und vertreibt sie nun unter dem Namen dayli.

Kaum Umschulungen

Der Vorschlag der deutschen Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen, arbeitslose Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umzuschulen, erweist sich laut einem Zeitungsbericht in der Praxis als nahezu unmöglich. Nur 81 der knapp 23.000 arbeitslos gemeldeten ehemaligen Beschäftigten absolvierten eine mehrjährige Umschulung, etwa zur Erzieherin oder Altenpflegerin, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Laut "SZ" ist es die erste Erhebung, was aus den Schlecker-Frauen wurde.

Etwa 97 Prozent der knapp 23.000 von der Schlecker- und IhrPlatz-Pleite Betroffenen sind Frauen, rund ein Viertel von ihnen hat bisher eine neue Arbeit gefunden. 3.950 haben sich laut der Zeitung bei den Arbeitsagenturen ganz abgemeldet, weil sie in Mutterschutz gingen, vor der Pension stehen oder keine Leistungen erhalten, etwa weil ihr Ehepartner zu viel verdient. Nach Angaben von BA-Vorstand Raimund Becker absolvierten bis dato 10.000 Betroffene Weiterbildungsmaßnahmen.

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