Nach Saison voller Pleiten: "D-Day" in
Lake Louise für Österreichs Abfahrts-Stars

Kanada: Sieglose Downhiller um Wiedergutmachung Schweizer gelten in neuer Saison wieder als Favoriten

Nach Saison voller Pleiten: "D-Day" in
Lake Louise für Österreichs Abfahrts-Stars © Bild: GEPA

"D-Day" für Österreichs Abfahrer - heute stehen Michel Walchhofer und Co. in der ersten Saisonabfahrt in Lake Louise schwer auf dem Prüfstand. Denn nach einer sieglosen Saison wollen Österreichs zuletzt medial verprügelte Downhiller zeigen, dass sie es doch noch drauf haben. Der letzte Sieg liegt bereits 20 Monate zurück.

Eingefahren hatte ihn am 7. März 2009 Klaus Kröll in Kvitfjell. "Dass mein erster Abfahrtssieg auch der für lange Zeit letzte sein würde, hätte wohl keiner gedacht", blickte der Steirer in Kanada ungläubig zurück. Kröll hatte im Vorjahr wie Walchhofer aber ein "Seuchenjahr" in der Abfahrt erwischt, dafür waren Mario Scheiber und Hans Grugger stark gefahren. Für einen Sieg hatte es auch bei den beiden Dauerverletzten nicht gereicht, die Saison war trotz der Erfolge der Slalomfahrer eher als schlechte in Erinnerung geblieben.

Die Mannschaft von Andreas Evers ist sich freilich bewusst, dass Siege in der "Königsdisziplin" einen besonderen Wert in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit haben. Deshalb hat man alles getan, um die nach der Sieglosigkeit im Weltcup und bei Olympia entstandene "Staatskrise" zu beenden. "Wir haben sehr viel trainiert und sind sicher, dass wir zurückschlagen können", gab sich auch Kröll zuversichtlich.

Besonderen Ansporn habe es jedenfalls nicht bedurft, betonte Kröll. "Niemand war zufrieden, die Kritik kam zurecht. Deshalb muss uns auch niemand großartig motivieren. Jeder brennt darauf, der Erste zu sein, der nach der langen Pause wieder einen Sieg heimbringt", ist der "Bulle von Öblarn" überzeugt. Sein schmunzelnder Nachsatz. "Ich war der letzte Sieger. Ich hoffe, ich bin auch wieder der erste."

Favoriten aus der Schweiz
Auch weil Walchhofer mit etwas Trainingsrückstand in seine letzte Saison geht und seit fast zwei Jahren keine Abfahrt mehr gewonnen hat, gelten die Schweizer wieder als große Saison-Favoriten. Durch Carlo Janka und Didier Cuche haben sie im Vorjahr sechs von acht Saisonabfahrten gewonnen, Didier Defago wurde Olympiasieger.

Zwar fällt Defago verletzt aus, aber Oldboy Cuche (36) kämpft wie Walchhofer (35) um die vierte Abfahrtskugel und geht daher besonders motiviert in seine X-te Saison. Das Duell der beiden "Rennopas" würzt die Saison zusätzlich.

Heiß gehandelt werden im ÖSV-Team zu Saisonbeginn aber eher Hans Grugger und Mario Scheiber. Scheiber ist nach acht zweiten Plätzen überreif für den ersten Weltcupsieg, Grugger wartet wegen seiner Verletzungsprobleme schon fast sechs Jahre auf die Bestätigung seines Sieges in Chamonix. "Bei mir ist es im Training wirklich gut gelaufen", gab sich der Salzburger zuversichtlich.

Das Ende der ÖSV-Durststrecke herbeizuführen, ist für Grugger auch ein persönlich großes Ziel. "Mir geht es vor allem um das Ende meiner eigenen, über fünfjährigen Sieglosigkeit", betonte der Sieger zweier Weltcupfahrten. Klar sei: "Wer auch immer die Sieglosigkeit beendet, sorgt für eine gute Stimmung in der Heimat. Die Abfahrt ist nun mal die größte Herausforderung und reißt die Menschen daheim mit. Wir haben immer alles gegeben und werden auch jetzt wieder alles geben", versicherte der Salzburger.

(apa/red)