Nach Rücktritt von Platzeck: SPD-Vorsitz
in Zukunft möglicherweise als Ehrenamt

Ex-Verkehrsminister Stolpe brachte Vorschlag ein

Die deutsche SPD könnte künftig von einem Ehrenvorsitzenden geleitet werden. So deutete es zumindest der ehemalige Verkehrsminister Stolpe an. Zumindest sollte nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt des Parteichefs der Sozialdemokraten, Matthias Platzeck, darüber nachgedacht werden, so Stolpe.

"Es bedarf mindestens einer sehr starken Umorganisation in den angestammten hauptamtlichen Aufgaben", betonte Stolpe. "Wenn die Entwicklung so weiter geht, gerade bei der dauernden Erwartung quer durch Deutschland, dass ein Vorsitzender in Erscheinung tritt, wird man in der Tat überlegen müssen, ob das nicht anders zu strukturieren ist."

Die Wortführerin der SPD-Linken Andrea Nahles hat sich gegen Überlegungen gewandt, der designierte neue SPD-Chef Beck sei eine Übergangsfigur. "Ich glaube, Kurt Beck ist ein starker Parteivorsitzender in der Zukunft", sagte das SPD-Präsidiumsmitglied. Der Wechsel an der Parteispitze dürfe die grundsätzliche Überarbeitung der Parteipositionen nicht bremsen.

"Dass wir auch ein neues Grundsatzprogramm brauchen, das wissen wir seit Jahren", sagte Nahles. "Da werden wir auch in unverminderter Geschwindigkeit weiter dran arbeiten." (apa)