Nach der Rücknahme: Was hinter der um- strittenen Arbeitsrechts-Reform steckte!

Bedeutete zweijährige Probezeit für junge Angestellte Auch französische Unternehmerschaft war skeptisch

Der nach wochenlangen Protesten, Streiks und Demonstrationen von der Regierung verworfene "Contrat premiere embauche" (CPE) hätte es den Unternehmen in Frankreich ermöglicht, jeden neu Eingestellten unter 26 Jahren in den ersten beiden Jahren ohne Begründung wieder zu entlassen. Der Arbeitgeber war bei dieser "Probezeit" allerdings verpflichtet, die Vorgaben des Arbeitsrechts im Auge behalten.

Mit dem CPE wollte Premierminister Dominique de Villepin an seinen "Neueinstellungsvertrag" (CNE) vom August 2005 anschließen, der ebenfalls mit mehr Flexibilität unbefristete Verträge in den Betrieben mit unter 20 Beschäftigten schaffen soll.

Umstritten auch bei Unternehmern
Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor allem auch unter jungen Leuten - fast jeder vierte Jugendliche hat keinen Job - ist höchstes Ziel von Villepin und Präsident Jacques Chirac. Die Gegner lehnten den CPE als eine Art Ersatz für Zeitarbeitsverträge kategorisch ab. Aber auch die französische Wirtschaft sah am gescheiterten "Ersteinstellungsvertrag" nicht nur die positive Seite. Denn auch mit dem neuen Vertrag sind langwierige Verfahren vor den Arbeitsgerichten nicht ausgeschlossen. (APA/red)