Nach starken Regenfällen und Dammbruch:
Hochwasseralarm in Deutschland und Polen

Fluss Neiße bereits auf Rekordwert angeschwollen Katastrophe kostet bislang neun Menschen das Leben

Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 hat am Wochenende erneut eine Flutkatastrophe Sachsen heimgesucht. Nach schweren Regenfällen und dem Bruch einer Staumauer in Polen überschwemmten Wassermassen der Neiße und anderer Flüsse Straßen und ganze Ortschaften. Mehr als 1.400 Menschen wurden evakuiert, im Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien starben mindestens neun Menschen.

Kritisch war die Lage im Landkreis Görlitz, aber auch im Raum Zittau und Weißwasser sowie rund um Chemnitz. Der Pegel der Neiße in Görlitz lag am Sonntagvormittag bei 7,07 Metern - normal ist zu dieser Jahreszeit ein Stand von 1,70 Metern. In den kommenden Stunden wird ein weiterer Anstieg auf 7,20 Meter erwartet.

Schlimmstes Hochwasser seit 100 Jahren
Im Landkreis Görlitz herrscht seit Samstagnachmittag Katastrophenalarm, später kamen Teile der Sächsischen Schweiz hinzu. In der betroffenen Region ist es das schlimmste Hochwasser seit über 100 Jahren. Mehrere Orte und Ortsteile wurden wegen Überschwemmungen der Neiße und Mandau evakuiert. In Zittau wurde ein Wohngebiet überschwemmt, so dass die Menschen dort eingeschlossen waren.

Entwarnung konnte auch am Sonntag noch nicht gegeben werden. Aktuell entspanne sich die Lage zwar vorübergehend, nachdem der Dauerregen nach Nordosten abgezogen sei, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Von Westen ziehe aber schon wieder ein neuer Tiefausläufer mit weiteren Schauern und Gewittern heran.

Katastrophe fordert mehrere Opfer
Im sächsischen Neukirchen wurden am Samstag beim Auspumpen eines Kellers die Leichen von zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 63 und 74 Jahren gefunden. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, hatten sie offenbar versucht, ihr dort befindliches Hab und Gut vor den eindringenden Wassermassen zu retten, und waren dabei ertrunken. In Tschechien und in Polen ertranken jeweils drei Menschen.

Kritisch war die Lage zudem in Tschechien. Auch dort mussten mehr als 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. (apa/red)