Nach Prügelvorwürfen in den Ruhestand: Bischof Mixa zieht in ein Frauenkloster

Skeptische Nonnen: "Wir haben ihn nicht eingeladen"

Nach Prügelvorwürfen in den Ruhestand: Bischof Mixa zieht in ein Frauenkloster
© Bild: APA/DPA/Hildenbrand

Der nach Prügelvorwürfen zurückgetretene deutsche Bischof Walter Mixa ist zurück in Augsburg und sorgt erneut für Wirbel. Er wohnt derzeit wieder im Bischofspalais. Dies sei aber nur vorübergehend, sagte Bistumssprecherin Kathi Marie Ulrich. Es solle bald eine andere Lösung gefunden werden.

Mixas Rückkehr stieß auf Kritik. Ein hochrangiger Bistumsvertreter sprach demnach von einem "Akt der Anmaßung". Als emeritierter Bischof habe Mixa kein Hausrecht mehr. "Er wäre besser im benachbarten Ausland geblieben", zitiert die Zeitung einen hohen Geistlichen.

Mit Kopfschütteln reagierte man auch bei der Reformbewegung "Wir sind Kirche" auf Mixas Rückkehr in das Bischofspalais. Damit lasse Mixa erneut jedes Fingerspitzengefühl vermissen, sagt "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner. Mixas Rückkehr erschwere die dringend nötige Beruhigung der Lage im Bistum Augsburg.

"Das ist ganz schlimm"
Der oberste Laienvertreter des Bistums, der Diözesanratsvorsitzende Helmut Mangold, sagte dem DAPD, er habe Verständnis dafür, dass Mixa vorübergehend in seine alte Wohnung komme, um dort in aller Stille persönliche Dinge in Ordnung zu bringen und nach einer neuen Bleibe zu suchen. Dies müsse man ihm aus Menschlichkeit zubilligen. Die neue Bleibe sollte Mangolds Meinung nach aber möglichst nicht in Augsburg sein. Aber auch Mangold sagte: "Mit der Beruhigung im Bistum ist es jetzt wieder vorbei. Das ist ganz schlimm." In Anrufen hätten ihm etliche empörte Katholiken gesagt: "Das geht doch nicht."

Mixas Anwalt Gerhard Decker sagte dem Zeitungsbericht zufolge dagegen: "Solange es keine innerkirchliche Regelung gibt, wird sich Mixa in Augsburg aufhalten."

Die österreichische Internetseite kath.net berichtete, Mixa wolle in Rom die Rücknahme seines Rücktritts erreichen. Beim Bistum war dazu alledings kein Kommentar zu erhalten.

(apa/red)

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Änderung der Bischofsrekrutierung erforderlich! Es erhebt sich schon lange die Frage, wer im Vatikan für die bisherige, in vielen Fällen grob fahrlässige Auswahl der Bischofskanditaten verantwortlich zeichnet.

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