Ski Alpin von

Mayers perfekter Masterplan

Abfahrts-Olympiasieg ist das Produkt aus dem Zusammensetzen vieler Mosaiksteinchen

Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer jubelt mit der Medaille im Austria Tirol Haus © Bild: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Akribisch vorbereitet, eiskalt exekutiert - Die Gold-Medaille von Matthias Mayer am Sonntag in der Olympia-Abfahrt der alpinen Ski-Herren war das Produkt eines perfekten Masterplans. Los ging Mayers Gold-Mission schon im Februar 2012, als das erste Weltcup-Training der Abfahrer in Krasjana Poljana auf dem Programm stand.

"Ich hab' mir schon damals bei der Besichtigung alles sehr gut eingeprägt", erinnerte sich Mayer. "Ich hab' mich an den Start gestellt und mir gesagt: in zwei Jahren komm ich daher und starte da raus in die Olympia-Abfahrt. Auf das muss ich hinarbeiten.'"

Dabei war der Kärntner damals von der Weltspitze noch sehr weit entfernt gewesen. Im Training belegte er die Plätze 42 und 25, im Abfahrtsrennen schied Mayer aus. Der Sommer 2012 war alles andere als nach Wunsch verlaufen. Eine Lebensmittelvergiftung war in eine äußerst schmerzhafte Gelenkerkrankung ausgeartet, Mayer konnte sogar mehrere Wochen kaum gehen und verlor mehr als 10 Kilogramm Körpergewicht.

Matthias Mayer mit seinem Vorgänger als Abfahrts-Olympiasieger Egon Zimmermann
© GEPA pictures/ Andreas Pranter Mayer mit einem seiner Vorgänger als Abfahrts-Olympiasieger, Egon Zimmermann

"Ruhe bewahren und geduldig bleiben"

Doch auch daraus nahm Mayer so gut wie möglich Positives auf die Reise Richtung Sotschi mit. "Diese Phase hat mit Sicherheit sehr viel zu diesem Erfolg beigetragen", sagte Mayer und fügte hinzu: "Das Wichtigste, das ich gelernt habe, war: Ruhe bewahren und geduldig bleiben." Und es war am Sonntag dann genau jene Ruhe und Gelassenheit, die Mayer vom Rest des Feldes abhob.

Auf dem Weg zurück hat Olympia im Kopf des jungen Afritzers sehr oft eine wichtige Rolle gespielt. "Jedes Mal, wenn ich im Sommer laufen gegangen bin oder in der Kraftkammer war, hab' ich mir vorgestellt, dass ich mich bei Olympia an den Start stelle und eine super Fahrt machen möchte", erzählte Mayer.

Dankeschön an seinen Trainer

Ein großes Dankeschön gab es von Mayer auch an seinen ÖSV-Trainer Andreas Puelacher. Denn Puelacher war es, der Mayer im Sommer 2013 von zusätzlichen Riesentorlaufschichten überzeugte. "Ich hab' im Sommer vermehrt Riesentorlauf trainiert. Auch, um mich ans Olympia-Gelände anzupassen. Andi hat gesagt, das machen wir so, das ziehen wir durch. Ich bin ihm sehr dankbar, dass wir im Sommer so cool geblieben sind und uns auf die Technik konzentriert haben."

Damit wurde der Grundstein dafür gelegt, dass Mayer bei Olympia vom ersten Training an vorne mitmischte und vollgepumpt mit Selbstvertrauen ins Rennen am Sonntag ging. "Ich habe oft davon geträumt. Jetzt ist der Traum in Erfüllung gegangen", freute sich Mayer, dass an diesem Tag "einfach alles zusammengepasst hat".

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