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Nach Merkels Ankündigung steigt Druck auf CSU-Chef Seehofer

"Entscheidung hat Maßstäbe gesetzt"

Nach dem angekündigten Rückzug von CDU-Chefin Angela Merkel vom Parteivorsitz wächst in Deutschland der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer.

Merkel habe es geschafft, "einen selbstbestimmten Abgang als Parteivorsitzende zu gehen, das wünsche ich auch dem Kollegen Horst Seehofer", sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der Zeitung "Die Welt" vom Dienstag.

Merkel habe ein Beispiel gegeben, wie man nach einem schlechten Wahlergebnis Verantwortung übernehme. Dieser Debatte werde sich auch die CSU stellen müssen.

Auch der CSU-Politiker und Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich würdigte Merkels Entscheidung. "Natürlich muss man sagen, hat Angela Merkel mit ihrer Entscheidung (...) auch Maßstäbe gesetzt, keine Frage", sagte er im Deutschlandfunk. Allerdings verwies er darauf, dass die CSU sich darauf verständigt habe, erst die neue Regierung in Bayern zu bilden und den Ministerpräsidenten zu wählen. Zudem wolle Manfred Weber Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten werden. "Danach werden wir Personaldebatten führen und inhaltliche Debatten führen."

Seehofer hatte angekündigt, seine Partei werde nach der Koalitionsbildung eine Debatte über Konsequenzen aus der Schlappe bei der Landtagswahl in Bayern führen, und einen Rücktritt vom Parteivorsitz als eine Möglichkeit genannt. Seehofer wird in der Schwesterpartei CDU ein maßgeblicher Anteil am schlechten Ansehen der Großen Koalition zugeschrieben.

Friedrich rief die CDU auf, sich aus diesen Fragen der CSU herauszuhalten. Es könnten sonst Gegenreaktionen entstehen, die nicht zu einer harmonischeren Zusammenarbeit beider Parteien führten.

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