Nach dreistem Kunstraub: Irreparable Schäden an Munchs Gemälde "Der Schrei"

Feuchtigkeitsschaden und Oberflächenabnützung Langwierige Reparaturen an "Madonna" erwartet

Das weltberühmte Gemälde "Der Schrei" des Norwegers Edvard Munch (1863-1944) hat in der Folge seines Raubes vor zweieinhalb Jahren irreparable Schäden erlitten. Zu diesem Schluss führten die in den vergangenen Monaten durchgeführten Untersuchungen an den beiden damals gestohlenen Bildern. Eine vollständige Aufstellung der Schäden an den im August 2004 aus dem Osloer Munch-Museum geraubten Gemälden "Der Schrei" und "Madonna" soll am Freitag der norwegischen Polizei übermittelt werden.

Museumsdirektorin Ingebjörg Ydstie sagte gegenüber der Online-Zeitung "nettavisen.no", auf Grund eines Feuchtigkeitsschadens und Oberflächenabnützung sei der ursprüngliche Zustand des auf Pappendeckel gemalten Werks "Der Schrei" nicht wiederherzustellen. Auf einer großen Fläche im linken unteren Eck sei das Gemälde nun viel weniger deutlich zu sehen. Unklar ist außerdem, ob sich in dem Bild auch ein Schimmelpilz eingenistet hat. Derzeit überlege man seitens des Museums noch, inwiefern man versuchen sollte, den Schaden optisch zu beheben.

Mikroskopische Untersuchungen an den Gemälden "Der Schrei" und an "Madonna" ergaben weiters, dass beide Werke mit Glasstaub überzogen seien. Es wird vermutet, dass der Glasstaub von den Glasrahmen stammt, die im Zuge der Flucht der Kunsträuber zerbrochen und von den Bildern entfernt worden waren.

Die Reparaturarbeiten an der "Madonna" dürften laut Museumsdirektorin Ydstie wegen der großen Risse in der Leinwand besonders viel Zeit in Anspruch nehmen. Hier sei noch nicht klar, welche Methode zur Anwendung komme. Ydstie gab sich vorsichtig optimistisch, dass beide Gemälde zu Weihnachten 2007 wieder für das allgemeine Publikum zugänglich gemacht werden können. Trotz der erlittenen Schäden dürften laut "nettavisen" beide Meisterwerke heute einen höheren Wert besitzen als vor dem Raub. Bisher wurde der Schrei offiziell auf 500 Mio. Kronen(61,3 Mio. Euro) geschätzt und die Madonna auf 250. Mio (30,6 Mio. Euro).

Zwei bewaffnete und maskierte Männer hatten den "Schrei" und die "Madonna" am 22. August 2004 mitten am Tag aus dem Munch-Museum geraubt. Ende August tauchten beide Bilder wieder auf. Drei Tatbeteiligte wurden Anfang dieses Jahres zu acht, sieben und vier Jahren Haft verurteilt. (apa/red)