Nach Kritik aus SPÖ-Reihen: Gusenbauer startet "Rundumschlag" in allen Zeitungen

Die Vorwürfe von Lacina seien "unglaubwürdig" In den Parteitag gehe er "erhobenen Hauptes"

Nach Kritik aus SPÖ-Reihen: Gusenbauer startet "Rundumschlag" in allen Zeitungen © Bild: APA/Schlager

Die Alt-SPÖler ließen kein gutes Haar am scheidenden SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und den "Krone"-Brief seines Nachfolgers Werner Faymann. Die Kritik still hinnehmen wollte Gusenbauer nicht und hat in mehreren Zeitungsinterviews die Vorwürfe von Lancina & Co. zurückgewiesen und seinen Nachfolger Werner Faymann in Schutz genommen.

Es sei "unglaubwürdig", wenn Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina, der SPÖ-Vertreter in der Kommission für die Steuerreform ist, mangelnde Einbindung beklage, so Gusenbauer im "Standard". In einem von zwei Dutzend Sozialdemokraten gezeichneten offenen Brief war die "Missachtung demokratischer Spielregeln innerhalb der SPÖ" sowie die würdelose "Anbiederung führender Funktionäre an die Kronenzeitung" kritisiert worden.

Dass es zwischen SPÖ und ÖVP nun im Wahlkampf Konsens in Sachen Pflege, gratis Kindergarten-Jahr und AUA-Verkauf gibt, sieht Gusenbauer im "Kurier" als Beweis dafür, "dass es der ÖVP nicht darum gegangen ist, Lösungen gemeinsam zu erarbeiten, sondern zu blockieren".

"Mein politisches Kapital ist verbraucht"
Über sich selbst sagt Gusenbauer in der "Presse", sein "politische Kapital" hätte sich verbraucht. In den Parteitag gehe er "erhobenen Hauptes", so der Kanzler in der "Tiroler Tageszeitung".

Faymann selbst bekräftigt gegenüber der Tageszeitung "Österreich" trotz der parteiinternen Kritik seinen EU-Kurs. Er werde sich mit seiner Kritik an der EU "nicht zurückhalten". "Ich habe die Frage einer Volksabstimmung über einen neuen EU-Vertrag dem Parteipräsidium vorgelegt, der Beschluss war einstimmig. Viel breiter geht es wirklich nicht", so Faymann.
(apa/red)