Nach schweren Krawallen in Kapfenberg: Rapid wird mit Stadionverboten reagieren

Marek: "Vielzahl an so genannten Fans betroffen" UI-Cup-Partie gegen Slovan Preßburg Hochrisikospiel

Rapid wird auf die Fan-Ausschreitungen in Kapfenberg reagieren und noch vor dem Saisonauftakt Stadionverbote aussprechen. "Eine Vielzahl an so genannten Fans wird davon betroffen sein, ausschlaggebend waren sicher die Vorfälle in Kapfenberg", erklärte Klubservice-Leiter Andy Marek. Im Moment wären gegen 18 Personen Stadionverbote aufrecht, diese Zahl werde sich "massiv erhöhen".

Für Rapid steht nun im UI-Cup ein neuerliches Risikospiel auf dem Programm. Das Zweitrunden-Hinspiel gegen Slovan Preßburg am Samstagabend wurde laut Marek nach Ausschreitungen der slowakischen Fans im Spiel gegen den FC Differdange (LUX) schon von Haus aus als "Hochrisikospiel" gewertet. Bei einem Treffen mit Slovan-Vertretern und der Exekutive sollen am Dienstag alle Vorkehrungen für einen reibungsfreien Ablauf der Partie getroffen werden.

Der Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic (Sozialdemokraten/SDP) hat sich in einem Brief an seine Amtskollegin in Kapfenberg, Brigitte Schwarz (S), für die von Anhängern des kroatischen Fußball-Erstligisten Dinamo Zagreb angezettelten Krawalle vom Samstag entschuldigt. Rund 150 Mitglieder der berüchtigten Fan-Gruppe "Bad Blue Boys" hatten am Rande des Freundschaftsspiels SK Rapid gegen Dinamo Zagreb (1:1) die Polizei angegriffen und Randale ausgelöst, an denen sich auch grün-weiße Fans beteiligten.

Bandic, der auch Ehrenpräsident von Dinamo Zagreb ist, bedauerte laut Nachrichtenagentur Hina in dem Schreiben, dass "alle Mechanismen und rigorosen Maßnahmen, die wir üblicherweise in allen offiziellen und internationalen Spielen ergreifen, in diesem Fall versagt haben. Wir dachten, dass so etwas bei einem Freundschaftsspiel in einem befreundetem Land wie Österreich nicht passieren kann, aber wir wurden eines Besseren belehrt und wir werden aus dieser Lektion lernen."

Die kroatische Polizei erklärte sich laut Hina dazu bereit, ihren österreichischen Kollegen bei der Identifizierung der Täter zu helfen. Allerdings habe es noch keine entsprechende Anfrage gegeben.

(apa/red)