Nach Kaprun-Katastrophe mit 155 Toten: Fagan klagt Gletscherbahnen und Republik

Auf Besichtung der Gesamtanlage - Streitwert 100 € US-Anwalt will Gegebenheiten vor Ort selbst prüfen

Ed Fagan und das US-Anwaltsteam haben am Dienstag eine Klage gegen die Gletscherbahnen Kaprun AG und die Republik Österreich eingebracht. Am Montag war den Anwälten die offizielle Besichtigung aller Anlagen in Kaprun, wo 2000 durch einen Brand der Seilbahn zum Kitzsteinhorn 155 Menschen ums Leben kamen, verwährt worden. Der Streitwert der Klage auf Zugang zur Gesamtanlage beträgt 100 Euro.

Im Gegensatz zu den Gletscherbahnen gewährte der zuständige Richter den Zutritt zum zerstörten Zug. Es seien erhebliche neue Ergebnisse und Kenntnisse für das Verfahren in den Vereinigten Staaten gewonnen worden, was jedoch nicht mit den Gegebenheiten vor Ort überprüft werden konnte, wird in der Klage angeführt. Dies sei aber dringend notwendig, um in den USA vor dem bevorstehenden Geschworenengericht alle Beweis vorlegen zu können.

Fagan habe als Anwalt der Mehrheit der Hinterbliebenen und Überlebenden ein Recht zur Besichtigung aller Anlagen. Er müsse dem Gericht in New York Beweise vorlegen, wozu auch eine "umfangreiche Besichtigung der gesamten Anlage" samt entsprechender Bild-, Film- und Tonaufnahmen jeder Art gehöre. Die Republik Österreich als wesentlicher Gesellschafter über die Beteiligungsgesellschaft Verbund AG sollte dafür sorgen, dass das Thema Gesamtbesichtigung auf die Tagesordnung gesetzt und darüber auch positiv abgestimmt werde. (apa/red)