Nach Inder-Hetzjagd Suche nach zwei Verdächtigen: Männer stammen aus Mügeln!

Merkel fordert schnelle und umfassende Aufklärung

Nach der Hetzjagd auf acht Inder bei einem Stadtfest in der ostdeutschen Kleinstadt Mügeln (Sachsen) hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen zwei Verdächtige eingeleitet. Gegen sie werde wegen Landfriedensbruchs ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Die beiden 21 und 23 Jahre alten Tatverdächtigen stammen nach Angaben der Justiz aus Mügeln.

Bei dem Stadtfest in Mügeln sollen etwa 50 Menschen die acht Inder durch die Straßen gehetzt und tätlich angegriffen haben. Ausgangspunkt soll eine Rempelei beim Tanzen gewesen sein. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich betroffen über die gewaltsamen Angriffe gegen Inder in der sächsischen Kleinstadt Mügeln gezeigt. Sie forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung.

Die Vorfälle haben die Debatte über ein Verbot der rechtsextremistischen NPD wieder aufflammen lassen. Grünen- Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck warnte jedoch vor "schlichten Patentrezepten". Er forderte stattdessen die "Stützung der Projekte gegen Rechtsextremismus und die Stärkung der Antidiskriminierungsarbeit von Migranten-, Homosexuellen- und Behindertenorganisationen".

Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden, sprach sich dafür aus, die Zuständigkeit für das Thema Rechtsextremismus vom Familien- auf das Innenministerium zu übertragen. Sie halte eine Verknüpfung mit den Themen Kampf gegen den Terror und Islamismus für sinnvoll. Weiters forderte der Zentralrat der Juden, "No-Go-Areas" besser auszuweisen. Man müsse Ausländer oder erkennbar Fremde davor warnen, sich in bestimmten ostdeutschen Landstrichen und Städten niederzulassen. (apa)