Nach der Hetzjagd auf acht Inder in Mügeln:
Protest-Aktion von linken Demonstranten

Deutsche Polizei befragt Zeugen der Hetzjagd

Drei Tage nach der Hetzjagd auf acht Inder in Mügeln haben Demonstranten aus der linken Szene in der sächsischen Kleinstadt gegen Rechtsextremismus demonstriert. Etwa 200 teils vermummte Teilnehmer zogen in einem Protestzug durch Mügeln, wie eine Polizeisprecherin in Leipzig berichtete. Es habe sich um auswärtige Demonstranten gehandelt. Die Aktion sei "sehr ruhig verlaufen".

Unterdessen befrage die Polizei Zeugen der Hetzjagd, die sich am Wochenende beim Stadtfest in Mügeln ereignet hatte. "Es ist wie ein Puzzlespiel, man muss es jetzt nach und nach zusammensetzen", sagte die Polizeisprecherin. "Allzu viele" Zeugen hätten sich allerdings bisher nicht gemeldet. Viele täten sich offenbar schwer, "Zivilcourage zu zeigen" - möglicherweise, weil sie die Konfrontation mit den Beschuldigten bei einem späteren Prozess fürchteten.

Eine Gruppe von rund fünfzig jungen Deutschen hatte die acht Inder nach einem Streit beim Stadtfest unter dem Rufen ausländerfeindlicher Parolen durch den Ort gehetzt. Dabei waren die Gejagten verletzt worden, einige von ihnen schwer.

(apa/red)