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Nach Grazer Amokfahrt:
Stankovic attackiert Strache

Sturm-Graz-Spieler weist FPÖ-Chef auf Facebook zurecht: "Schämen Sie sich!"

Soziale Medien - Nach Grazer Amokfahrt:
Stankovic attackiert Strache © Bild: APA/Helmut Fohringer

Nach der tragischen Amokfahrt von Graz zeigten sich die Spitzen der heimischen Politik in seltener Einmütigkeit und drückten quer durch das Parteienspektrum ihre Betroffenheit aus - mit einer Ausnahme. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache versuchte bereits unmittelbar nach der Tat, das Unglück politisch auszuschlachten. Neben vielen anderen sorgte er damit auch bei Sturm-Graz-Spieler Marko Stankovic für gehörige Wut.

Der Eklat spielte sich auf Facebook ab. Bereits etwas mehr als zwei Stunden nach der Amokfahrt vom Samstag, die bislang drei Menschen, darunter einem Kind, das Leben kostete, versuchte Strache, die Sache für seine Zwecke zu nutzen. Nachdem er die Erstmeldung noch kurz und bündig mit "Wahnsinnstat in Graz!" abgesetzt hatte, legte der FPÖ-Chef eine halbe Stunde später nach. Er bearbeitete den ursprünglichen Post und behauptete, der Täter sei aus Bosnien und ein religiös begründetes Attentat werde nicht ausgeschlossen.

Strache auf Facebook
© Screenshot News.at

Zwar ruderte Strache kurze Zeit später zurück und entfernte die hinzugefügten Passagen wieder, doch da war der Schaden bereits angerichtet. Zahlreiche Menschen empörten sich auf Facebook und Twitter über den ihrer Ansicht nach geschmack- und pietätlosen Versuch, aus dem Unglück der Opfer von Graz politisches Kleingeld zu schlagen. Noch dazu mit zuerst unbewiesenen und mittlerweile bekannt falschen Behauptungen. Der Täter war - im Alter von vier Jahren aus Bosnien geflohener - Österreicher und Landespolizeidirektor Josef Klamminger gab noch am Samstagnachmittag bekannt, die Tat stehe in keiner Verbindung zu wie auch immer gearteten extremistischen Motiven.

"Fühle mich persönlich angegriffen"

Einer, der sich besonders über Straches Posting empörte, war Sturm-Graz-Spieler Marko Stankovic, der sich in seiner Antwort kein Blatt vor den Mund nahm.

Herr Strache, ich bin in Österreich geboren, meine Eltern sind gebürtige Serben und sind durch die Fussballerkarriere meines Vaters nach Österreich gekommen. Ich bin sozusagen Österreicher mit serbischen Wurzel.

Können Sie anhand dieser Zeilen feststellen, dass der Grund für diese schreckliche Tat sein Herkunftsland ist??? Ich fühle mich durch dieses Posting ihrerseits persönlich angegriffen und sehe in ihrem Posting eine grundsätzliche Abneigung gegenüber Leuten mit ausländischer Herkunft!!!

Schämen Sie sich, Herr Strache, schämen Sie sich!!!

Marko Stankovic, Spieler von SK PUNTIGAMER STURM GRAZ

Stankovic' Reaktion
© Screenshot "Kleine Zeitung"

Und auch an zweiter Stelle ließ Stankovic seiner Wut auf Strache freien Lauf, wie die "Kleine Zeitung" berichtete. "Schämen Sie sich, Herr Strache. Es passiert etwas Furchtbares in Graz, und das erste, was Sie machen, ist eins Posting über die Herkunft des Amokläufers zu veröffentlichen, anstatt sein Mitgefühl auszudrücken. Schämen Sie sich, Herr Strache, schämen Sie sich!!!!"

Marko Stankovic
© GEPA pictures/ Florian Ertl Marko Stankovic in Aktion

Mittlerweile sind die entsprechenden Postings von Marko Stankovic auf Facebook nicht mehr auffindbar. Beim SK Sturm Graz war am Sonntag niemand für Nachfragen zu erreichen.

Widerstand gegen freiheitliche Vereinnahmung

Erst kürzlich hatten sich die Grazer verbeten, dass die FPÖ mit ihnen wirbt. Nach der steirischen Landtagswahl hatte Strache dem steirischen FP-Chef Mario Kunasek ein Sturm-Trikot mit der bei der Wahl erreichten Prozentzahl (26,76) als Rückennummer geschenkt und ein Foto der beiden mit dem Fanartikel auf Facebook gepostet. Der SK Sturm reagierte prompt und unmissverständlich auf die Vereinnahmung. "Echte Schwoaze lassen sich nicht für politische Werbung jeglicher Farbe missbrauchen. Wir freuen uns über jeden abgesetzten Fanartikel, aber wir lassen uns sicher nicht verkaufen und distanzieren uns", lautete die unmissverständliche Botschaft des Vereins.

HC Strache & Mario Kunasek: Echte Schwoaze lassen sich nicht für politische Werbung jeglicher Farbe missbrauchen. Wir...

Posted by SK Sturm Graz on Tuesday, 16 June 2015

Kommentare

Der Bosnier hat völlig Recht mit seinem Protest gegen die unzivilisierten Kommentare von Strache (tschechisch=Angst).
Das bosnisch -herzegowinische Infanterieregiment Nr. 2 bekam von allen Truppen der k.uk. Armee die meisten Goldenen Tapferkeitsmedaillen (für die FPÖ-Germanen tschechischer Abstammung: entsprach im 2. WK das Ritterkreuz).
Während das K.u.K IR Nr 28 zu den Russen überlief.

Der Paintballerinus hat offensichtlich noch nie etwas von Anstand und Mitgefühl gehört. Sehr traurig für ihn.

Na Stankovic, über Ihre Leistungen im Fußball hat schon lange niemand mehr gesprochen, weil diese so unterirdisch schlecht sind. Dann muss man sich halt so wieder ins Gespräch bringen. Schlecht, schlechter, Stankovic

RobOtter

Na habe die Ehre! Selbst nachdem der HC bereits zwei mal zurück gerudert ist weil auch er einsehen musste mit so einer Aussage nicht mal eine Wurstsemmel beim Billa zu bekommen, finden sich hier noch Leute ein für die das Wort Unrechtsbewusstsein ein Fremdwort ist und brav so weitermachen als würden sie dem Kickl was beweisen wollen. Gratuliere!

Wo findet man den Grund für das Übel? Kriegskinder so sollte es jedem klar sein, haben eine andere Hemmschwelle und sicher psychische Probleme die nur einen Grund brauchen um auszubrechen. Glaubt ihr das wir geschützt sind, viele Schläfer tummeln sich in Österreich unabhängig aus welchem Kriegsland sie kommen.

So wie Westenthaler über die Halbmonde auf Berggipfel Schwachsinn erzählt hat, fand die Aussage von Strache auch nicht meine Zustimmung.
Wenn man aber die kürzliche Veröffentlichung der armen Kinder im Land gelesen hat, verstehe ich die Wertigkeit nicht. Niemand regt sich auf wenn "in einem der reichsten Länder der Erde" über 410.000 Kinder unter der Armutsgrenze leben müssen!!

Schon irgendwie Grotesk: man fühlt sich von Strache persönlich angegriffen und teilt dann im gleichen Maße aus. Aug um Aug, Zahn um Zahn. Dachte die Zeiten wären vorbei...

Cyrus110 melden

aha, wieder was gefunden das man gegen strache "ausschlachten" kann. soviel zum thema hass schüren!!! und der herr stankovic soll sich nicht ins "hoserl scheissen", strache hat nur wiedergegeben was vorerst in den medien verbreitet wurde! also sind die auch ausländerfeindlich?

higgs70
higgs70 melden

wahrscheinlich nicht, aber es sagt uns, dass Die Krone doch nicht immer die beste Wahl ist;-)

Eloy melden

Die Wortwahl mancher hier im Forum regt zum Nachdenken an. Besonders wenn Cyrus110 in die Tasten schlägt ...

11223344 melden

ahhhh, der eloy ist auch wieder da um zu hetzen, na schon die schlappe überwunden???? die nächsten wahlen kommen bestimmt und dann gehst hoffentlich, denn einen hc verkraftest ja nicht oder???

Eloy melden

100% Richtig! Schlappe ist überwunden. Gehetzt habe ich aber noch nie. Ich ziehe es vor keine Politik auf dem Rücken der schwächsten zu machen ;)

Ich stehe immer auf der Seite der FREIHEIT, würde ich ihnen auch anraten.

Viva la Libertad!

eintiroler melden

Mir wird ganz schlecht, wenn ich denke, so jemand wird vielleicht mal in der Regierung sitzen. Ich hoffe, ich erlebe das nicht mehr.

11223344 melden

dann danke schnell ab und baba

Nudlsupp melden

Ach sind wir wieder so weit, daß eine politische Kaste wieder bestimmen will, daß Kritiker das Land verlassen sollen? Sauber was Sie hier so zum Besten geben und ihre Gesinnung so offen zur Schau stellen.

Elcordes melden

Wenn man auf Straches Facebook Seite geht findet man den Artikel von Ihm und den Fussballer nicht. Wahrschleinlich eine fake.

higgs70
higgs70 melden

wenn man auf Straches facebook-Seite geht, findet man vieles nicht, das gestern noch dort stand. Das Löschen der eigenen posts dürfte ihn dann doch ziemlich ins Schleudern gebracht haben.
Naja, Schicksal von Populisten, geht halt viel Zeit drauf, bis man endlich gut ankommt, nachdem man vorher von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen gesurft ist.

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