Nach tödlichem Felssturz: Felskopf über Schweizer Gotthard-Autobahn gesprengt

Wichtige Süd-Verbindung vielleicht länger gesperrt Im Mai erschlug Felssturz zwei deutsche Autofahrer

Nach tödlichem Felssturz: Felskopf über Schweizer Gotthard-Autobahn gesprengt

Rund 5.500 Kubikmeter Gestein über der Gotthard-Autobahn in der Schweiz sind am Freitag weggesprengt worden. Die Explosion mit 1,5 Tonnen Sprengstoff wurde bei gutem Wetter wie vorgesehen am Vormittag pünktlich ausgelöst und war durch eine riesige Staubwolke für die zahlreichen Schaulustigen sichtbar. Die Sprengung war notwendig geworden, nachdem Ende Mai ein riesiger Felsbrocken auf die Autobahn gestürzt war und zwei Menschen erschlagen hatte.

Nach ersten Einschätzungen von Experten verlief die Explosion nach Plan. Die Gotthard-Autobahn wurde offenbar nicht weiter beschädigt. Nach Angaben der Behörden müssen nun Sicherungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen werden, was etwa bis kommenden Mittwoch dauern werde. Die Behörden möchten die wichtigste europäische Nord-Süd-Verbindung vor Beginn der Ferienzeit wieder öffnen.

Die Geologen und Sprengexperten hatten einen Felsabtrag von 5.500 Kubikmeter errechnet. Ob das ausreichen wird, die Gefahren durch abstürzende Felsen zu beseitigen, muss geprüft werden. Experten schließen nicht aus, dass es vor dem Hintergrund der Klimaveränderungen zu weiteren Felsstürzen kommen wird.

Bereits im Dezember 2002 waren zwischen Amsteg und Wassen bei einem Steinschlag auf der Autobahn drei Autos beschädigt worden. Im April 2003 durchschlug zwischen Gurtnellen und Wassen ein Felsbrocken eine Lawinengalerie. Im März vergangenen Jahres stürzten zwei je fünf Kubikmeter große Felsbrocken auf die Autobahn. Zwei Autofahrer blieben trotz eines Zusammenpralls unverletzt. Am 31. Mai schließlich starben ein 64-jähriger Mann und seine 60-jährige Ehefrau aus Deutschland, als bei Gurtnellen rund 10.000 Kubikmeter Gestein auf die Fahrbahn niedergingen. Danach kam es noch zu einem weiteren Felssturz. (APA/red)