Nach Dammbruch in Niederösterreich: Heer verschließt 10-Meter-Loch mit "Big Bags"

Auszahlungen an Opfer startet in den nächsten Tagen <b>Bilder!</b> - <b>Gleich Nachschauen:</b> So wird das Wetter!

Ein Damm bei Alt Prerau (Bezirk Mistelbach), der beim Hochwasser im Waldviertel auf zehn Metern gebrochen war, wurde am Montag vom Bundesheer aus der Luft versucht zu schließen. Das Bundesheer begann, so genannte Big Bags, große Säcke gefüllt mit Sand und Steinen, aus Hubschraubern in die offene Bruchstelle zu setzen. Vom Boden aus war der Damm nicht zugänglich.

Diese Methode habe sich bereits beim March-Hochwasser bestens bewährt, so Franz Honeder, Sprecher des NÖ Militärkommandos. Auch in Kleinpertholz (Bezirk Gmünd) mussten Dämme saniert werden. Die Wassermassen, die der Romaubach in den vergangenen Tage führte, spülten die Schutzwälle an einigen Stellen so stark aus, dass diese brechen könnten.

Sie mussten daher schnellstens saniert werden. Soldaten aus Weitra begannen am Montag mit Vorbereitungsarbeiten, am Dienstag rücken dann Melker Pioniere mit schweren Maschinen an und reparieren die beschädigten Dammstücke.

Auszahlungen an Opfer in den nächsten Tagen
Die Auszahlungen an die Opfer der Hochwasser-Katastrophe im nördlichen Niederösterreich sollen in den nächsten Tagen starten. Damit könne gerechnet werden, berichtete der NÖ Landespressedienst. In der Sitzung der Landesregierung werde demnach ein Beschluss für eine Soforthilfe an die Betroffenen am Dienstag vereinbart.

"Die Schadensgelder des Landes sollen rasch an die leidgeprüften Hochwasser-Opfer ausbezahlt werden, damit ein erster Schritt gesetzt werden kann, um das wieder aufzubauen, was durch das Hochwasser innerhalb kürzester Zeit zerstört wurde", so Landeshauptmann Erwin Pröll.

Diese Soforthilfe soll auch den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden zur Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur dienen. Die Schadenskommission war in den Gemeinden bereits mit Erhebungen beschäftigt.

Auch AKNÖ hilft Betroffenen
Auch die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) unterstützt die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe im nördlichen Niederösterreich. Eine Direkthilfe in Höhe von 363 Euro und ein zinsenfreier Sonderkredit von 5.000 wurden beschlossen, hieß es in einer AKNÖ-Aussendung. Experten der AKNÖ stehen zudem als Ansprechpartner für die Klärung von Versicherungsfragen oder bei Problemen am Arbeitsplatz zur Verfügung.

"Das Hochwasser hat enormen Schaden angerichtet. Viele Arbeitnehmer stehen vor dem finanziellen Aus. Deshalb wird die AKNÖ ihren Mitgliedern rasch und unbürokratisch helfen", sagte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Indes hat die NGO ADRA ein Spendenkonto für die Opfer in den Bezirken Waidhofen an der Thaya, Gmünd, Horn und Hollabrunn eingerichtet. Unter der Kontonummer 1.300.400 kann bei der PSK (BLZ 60000) unter dem Titel "Hochwasser Waldviertel 2006" den Geschädigten finanziell geholfen werden.
(apa/red)