Nach Bush-Ankündigung zu Irak-Politik:
Erneut Tote bei Explosionen in Bagdad

Nordirak: US-Armee stürmt iranisches Konsulat

Wenige Stunden nach der Rede von US-Präsident Bush, der die Entsendung zusätzlicher Truppen in den Irak angekündigt hat, haben amerikanische und irakische Truppen in Bagdad mutmaßliche Aufständische und Terroristen angegriffen. Luftangriffe wurden in der Nacht aus dem Jihad-Viertel gemeldet. In Westbagdad waren mehrere heftige Explosionen zu hören. Sechs Menschen starben.

Unter den Toten waren fünf Polizeibeamte in Zivil. Nach Angaben aus Krankenhauskreisen waren sie im westlichen Stadtviertel Al-Khadra in einen Hinterhalt geraten.

US-Armee stürmte iranisches Konsulat im Nordirak
Amerikanische Soldaten haben das iranische Konsulat in der nordirakischen Stadt Arbil (Erbil) gestürmt. Wie ein Sprecher der kurdischen Sicherheitskräfte weiter sagte, wurden dabei fünf Iraner von den Amerikanern abgeführt.

Der Iran bestellte daraufhin die Botschafter des Irak und der Schweiz in das Außenministerium ein und verlangte eine Erklärung für das Vorgehen. Die Schweiz vertritt die diplomatischen Interessen der USA im Iran.

Die Soldaten, die bei ihrer Razzia im Morgengrauen auch Hubschrauber eingesetzt hätten, beschlagnahmten nach Angaben des kurdischen Sprechers zudem Dokumente und Computer. Rund um das Konsulat seien inzwischen kurdische Sicherheitskräfte postiert, hieß es. Die kurdische Autonomieregierung nahm zu dem Vorfall zunächst nicht Stellung.

Die iranische Führung wird von den politischen und religiösen Vertretern der irakischen Sunniten verdächtigt, die Schiiten-Milizen im Irak zu unterstützen und sich mit eigenen Kämpfern an Todesschwadronen zu beteiligen. (apa/red)