Nach Bluttat in Thailand: Mörder des getöten vierjährigen Burgenländers gefasst!

Koh Samui: Mutter sah Täter bei brutalem Überfall Laut Vater möglicherweise Racheakt Motiv für Tat

Der mutmaßliche Mörder eines in Thailand ermordeten kleinen Burgenländers ist verhaftet worden. Der Mann soll dem Sohn eines burgenländischen Unternehmers Mitte März auf der Ferieninsel Koh Samui die Kehle durchgeschnitten haben. Die Frau des Unternehmers wurde bei dem Überfall ebenfalls schwer verletzt. Sie wurde mittlerweile nach Österreich gebracht, teilte der pensionierte ORF-Journalist Karl Jirkovsky bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit.

Bei dem Mord dürfte es sich laut dem Vater des getöteten Vierjährigen um einen Racheakt gehandelt haben. Der mutmaßliche Mörder betrieb eine Holzfirma auf Koh Samui. Die Firma fertigte für das Ferienhaus des Burgenländers Türstöcke und Fensterrahmen. Das Bauunternehmen sollte von einem Baumeister bezahlt werden, dieser dürfte den Betrag von rund 4.000 Euro jedoch nicht weitergegeben haben.

Erste Vermutungen, der mutmaßliche Täter könnte aus dem familiären Umfeld der Frau stammen, haben sich nicht bestätigt, betonte der Burgenländer. Der Mörder konnte unter anderem deshalb ausgeforscht werden, da ihn die Frau bei dem Überfall gesehen hatte.

Schwerverletzte wird wieder gesund
Die Mutter des getöteten Kindes dürfte wieder vollständig gesund werden. Die Frau wurde in dem Ferienhaus mehrmals mit dem Kopf auf eine Steinplatte geschleudert. Außerdem versetzte ihr der Mörder ihres Sohnes einen tiefen Stich oberhalb des rechten Schlüsselbeines, schilderte der behandelnde Arzt.

"Die Kollegen in Thailand haben die Blutstillung hervorragend gemeistert. Eine geringfügige Problematik besteht noch mit dem rechten Stimmband, es dürfte durch den Stich verletzt worden sein. Langfristig wird sie aber keine Probleme haben", so der Mediziner.

Die Frau war nach der Tat drei Stunden bewusstlos und schleppte sich dann auf die Straße vor dem Haus. Ein englischer Tourist fand die Schwerverletzte und rief die Polizei. Die ehemalige Intensivkrankenschwester stand im Spital auf Koh Samui unter Polizeibewachung, da der mutmaßliche Mörder noch nicht gefasst war.

Der burgenländische Unternehmer hofft nun, dass die Aufmerksamkeit und der Druck in der Öffentlichkeit stark genug ist, so dass der Verhaftete nicht gegen Kaution oder durch Bestechung bald wieder frei geht. "Mir ist die Tat unerklärlich. Wir haben uns nie etwas zu Schulden kommen lassen", so der Burgenländer. Auch Neid könnte eine Rolle gespielt haben, räumt er ein.

Das Ferienhaus, das seiner Frau gehört, soll veräußert werden. "Wir haben eine sehr liebe Verwandtschaft in Thailand, bei der können wir wohnen, wenn wir dort sind." An einen weiteren Hausbau, oder -kauf sei nicht gedacht. Der Burgenländer ist seit sechs Jahren mit der Thai verheiratet. "Wir arbeiten daran, dass es uns wieder besser geht." Das Gerücht, dass die Verwandtschaft seiner Gattin, oder gar sie selbst in den Mord involviert ist, habe ihn schwer getroffen. (apa/red)