Nach Aussagen im Banken-U-Ausschuss: Vorsitzender Graf kritisiert Verzetnitsch

Ex-ÖGB-Präsident fehle "Unrechtsbewusstsein" PLUS: Markante Aussagen aus der Ausschuss-Sitzung

Der Vorsitzende im Banken-Untersuchungsausschuss, der FPÖ-Abgeordnete Graf, kritisiert Ex-ÖGB-Präsident Verzetnitsch für dessen Aussagen. Verzetnitsch hatte die Schuld für die BAWAG-Affäre bei seinem Auftritt im U-Ausschuss auf den Investmentbanker Flöttl geschoben und betont, er habe erst 2000 von den Verlusten erfahren. Graf wirft ihm nun "fehlendes Unrechtsbewusstsein" vor.

"Für einen Mann, der ganz offensichtlich mit beteiligt war, BAWAG und ÖGB an den Rand des Abgrundes zu bringen, zeigt Verzetnitsch bis dato wenig Sensibilität für eigene Versäumnisse", kritisierte Graf. Es sei "wenig glaubhaft", dass das seit 1994 bekannte Karibik- Engagement der BAWAG am ÖGB-Präsidenten spurlos vorüber gegangen sei. Für "undenkbar" hält Graf, dass Verzetnitsch die Haftungsgarantien des ÖGB für seine Bank BAWAG "in blindem Vertrauen, ohne Kenntnis des Inhalts" unterzeichnet hat.

Vor dem Ausschuss habe sich Verzetnitsch "gekonnt aus der Affäre gezogen". Übrig bleibe, dass er als Eigentümervertreter zumindest grob fahrlässig gegenüber dem ÖGB, dem Steuerzahler und dem Finanzplatz Österreich gehandelt habe. "Es würde mich nicht überraschen, wenn das Strafverfahren in Sachen BAWAG/ÖGB auf Verzetnitsch ausgeweitet wird", mutmaßte Graf.

(apa)