Nach drittem Ausfall in der Spezialdisziplin:
Österreichs Ski-Star Schild ist verzweifelt

26-jährige: "Muss mal wieder ins Ziel kommen" Will es in Zukunft wieder besonnener angehen

Nach drittem Ausfall in der Spezialdisziplin:
Österreichs Ski-Star Schild ist verzweifelt

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist im Zielraum von Lienz erst von Marlies Schilds Seite gewichen, als die Salzburgerin dem ÖSV-Präsidenten ein Lächeln schenkte. Minutenlang hatte er sie nach dem Ausfall im Weltcup-Slalom getröstet, auch Teamkollegin Michaela Kirchgasser hatte liebevoll auf die verzweifelte Vizeweltmeisterin und Kristallkugelgewinnerin der Vorsaison eingeredet, die schon im Riesentorlauf als 24. enttäuscht hatte.

Nach den Auftaktsiegen auf der Reiteralm und in Panorama beendete Schild das Sportjahr mit drei Ausfällen in ihrer Spezialdisziplin (Aspen, Kombislalom St. Anton, Lienz), mit Tränen und der Erkenntnis, es in Zukunft im Rennen wieder besonnener anlegen zu wollen. Denn wenn die 26-Jährige am Start steht, dann will sie auch gewinnen und alles geben, mitunter mehr, als zum Gewinnen notwendig wäre. "Ich glaube immer, Vollgas geben und perfekt fahren zu müssen. Im letzten Jahr bin ich es ein bissl gemütlicher angegangen, vielleicht sollte ich es wieder tun und ein bisserl rausnehmen. Jetzt muss ich schauen, dass ich wieder einmal ins Ziel komme", sagte Schild, die bei der ersten Zwischenzeit sechs Zehntel voran gelegen war.

Zeitvorsprung als Hoffnungsschimmer
Der große Zeitvorsprung war auch das Positive, das Schild aus dem Ausfall vor Heimpublikum mitnahm. "Es ist natürlich besser, zum Zeitpunkt des Ausscheidens vorne zu sein, aber dies bringt mir nun nichts. Aber ich weiß, dass ich es kann, ich bin oben super weg gefahren, und dann passieren diese Scheißfehler", sagte die Freundin von Benjamin Raich, die im Hochstein-Slalom zweimal hängengeblieben war und nach dem zweiten Mal abschwang. Schröcksnadel sah es ähnlich. "Sie ist sehr, sehr schnell und weiß, dass sie schnell fahren kann, darum ist sie umso trauriger. Aber das Schlimmste wäre, sie wäre mit einer langsamen Zeit im Ziel."

Letzte Saison dominant
Im Vorjahr hatte Schild sieben der neun Saison-Torläufe gewonnen, der Coup bei den Weltmeisterschaften in Aare war ihr aber verwehrt geblieben, den Titel hatte sich die Tschechin Sarka Zahrobska geholt, die sich in Lienz als 39. ohne großen Fehler nicht für das Finale qualifizierte. Und dies wäre für Schild sicher die Höchststrafe gewesen. (apa/red)