Nach souveränem Aufstieg: Österreichs Eishockey will sich in A-Gruppe etablieren

ÖEHV-Team feiert bei B-WM in Tallinn fünf Siege Auch Deutschland schafft Wiederaufstieg in die A-WM

Spieler und Teamchef Jim Boni genossen am Samstag einen schönen Abend, ehe es für sie in den Urlaub ging. Die Mission Wiederaufstieg wurde bei der Eishockey-WM der Division I in Tallinn souverän erfüllt. Nun gilt es für den Verband die Weichen für die Rückkehr in die A-WM zu stellen, wo man sich so wie vor der Heim-WM, als man acht Jahre in der Elite spielte, wieder etablieren will.

"Ich hoffe, dass wir oben bleiben. Von einem Paternoster-Dasein (Anm.: Auf- und Abstieg) halte ich nichts. Ich glaube, die Mannschaft ist stark genug", erklärte ÖEHV-Verbandspräsident Dieter Kalt.

Kalt konnte zufrieden Bilanz ziehen, die Ergebnisse sprechen für sich. "Die Mannschaft hat gebracht, was erwartet wurde: Fünf Siege und ein Aufstieg. Sie haben nie über ihre Verhältnisse gespielt, aber immer das Konzept eingehalten, ob sie im Nachteil waren oder nicht. Die Chancenauswertung war nicht gut, daher auch die knappen Resultate. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir ein Match verlieren könnten. Jetzt schaut die Welt wieder anders aus", sagte der Verbandschef.

Bei der WM in Österreich wäre der größte Fehler gewesen, dass es "keine Harmonie zwischen Trainerstab und Mannschaft" gegeben hätte. Dies sei in Estland völlig anders gewesen. Daher will Kalt mit Boni verlängern, auch der Italo-Kanadier will das Team in die A-WM in Russland (27. April bis 13. Mai) führen. Die Vienna Capitals, Arbeitgeber von Boni, werden kommende Woche um Freistellung für ihren Trainer für das Team gebeten.

Einen Vollzeit-Job wird es nicht geben. "Wenn einen hauptamtlichen Trainer, dann eher im Nachwuchsbereich", erklärte Kalt. Ein auf vier Jahre angelegtes Konzept ist vorhanden, die Umsetzung hängt von der besonderen Bundessport-Förderung ab, die für das eingereichte Projekt im November grundsätzlich erteilt worden ist. Enthalten ist u.a. Fortbildung für alle Trainer und sportmedizinische Betreuung für alle Nachwuchsauswahlen. "Wollen wir uns in der A-Gruppe etablieren, dann müssen wir auch mit unserem U20 und U18 Nationalteam in der A-Gruppe spielen. Das Konzept bindet auch bereits die U12 Mannschaften ein, dort gilt es anzusetzen", meint auch Boni.

Kalt appelliert aber vor allem an die Klubs, jungen Spielern auch eine Chance zu geben. "Unsere Basis muss breiter werden. Wenn man nicht bereit ist, können die Jungen keine Erfahrung sammeln, und dann gibt es wieder den Schrei nach Ausländern, der a la longue zum Tod des österreichischen Eishockey führt", erklärte er. Mit der Liga habe er im positiven Sinn ausdiskutiert. Der im März erzielte Kompromiss sieht 44 Legionärsplätze für die gesamte Liga vor.

Für das Nationalteam wird in den nächsten Tagen und Wochen an einem Vorbereitungsprogramm gearbeitet. Kalt hofft auf starke Gegner, wünschenswert wäre etwa wieder eine Einladung zum Slovakia-Cup im Dezember. Im Juni steht für Kalt ein anderer wichtiger Punkt auf dem Terminplan. In Kapfenberg steht die Vorstandswahl an, der aktuelle Präsident wird für die Wiederwahl zur Verfügung stehen. "Es wird jedenfalls einen einhelligen Beschluss des Landespräsidenten geben", sagt Kalt.

Deutschland schaffte mit 5:0 über Frankreich A-WM-Aufstieg
Nur ein Jahr nach der Abstiegs-Schmach in Österreich ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft wieder erstklassig. Mit dem souveränen 5:0 (2:0,3:0,0:0) über Gastgeber Frankreich sicherte sich das Team am Sonntag in Amiens ohne Punktverlust den Turniersieg bei der B-Weltmeisterschaft. Zum Aufstieg hätte bereits ein Unentschieden genügt.
(apa/red)