Nach neuen Anschlägen: Dutzende Hamas- Anhänger im Westjordanland festgenommen

50 Verhaftungen: Rigoroses Vorgehen in Nablus

Nach den Anschlägen im Gaza-Streifen geht die Welle von Festnahmen in den palästinensischen Gebieten weiter. Sicherheitskräfte der Fatah-Bewegung von Präsident Mahmoud Abbas verhafteten in Nablus im Westjordanland mehr als 50 Anhänger der Hamas. Wie die Hamas mitteilte, befinden sich unter den Festgenommenen Professoren und Studenten sowie Behördenvertreter. Zuvor hatten die Sicherheitskräfte von Abbas Kräfte im Westjordanland 35 Hamas-Aktivisten festgesetzt.

In dem von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen haben Kämpfer der radikalen islamischen Fraktion seit Freitag etwa 200 Fatah-Vertreter und -Anhänger verhaftet. Am Montag verhinderten sie die Auslieferung dreier in ihren Augen Fatah-treuer Zeitungen. Auslöser der Auseinandersetzung war ein Anschlag im Gaza-Streifen, bei dem am Freitagabend ein Mädchen und fünf Hamas-Kämpfer getötet worden waren. Die Hamas macht die Fatah für das Attentat verantwortlich. Die Fatah weist jede Beteiligung zurück.

Präsident Abbas hatte sich zu einem nationalen Dialog mit der Hamas ohne Vorbedingungen bereiterklärt, um die politische Spaltung zwischen dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen zu beenden. Die geplanten Versöhnungsgespräche sollen unter der Schirmherrschaft der Arabischen Liga geführt werden. Darauf hatten sich König Abdullah von Saudi-Arabien und der palästinensische Präsident geeinigt.

Die Hamas, die die allgemeinen Wahlen Anfang 2006 mit großer Mehrheit gewonnen hatte, verdrängte im Juni 2007 nach schweren Kämpfen die Fatah aus dem Gaza-Streifen. Abbas erklärte daraufhin die Einheitsregierung unter Hamas-Premier Ismail Haniyeh für aufgelöst und setzte im Westjordanland ein Fatah-Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein. Die Hamas kam nach eigener Darstellung mit ihrem Vorgehen Umsturzplänen der Fatah, Israels und der USA zuvor. Nach Darstellung des ehemaligen Fatah-Sicherheitschefs Mohammed Dahlan soll die US-Regierung die Fatah aufgerüstet haben, um die Hamas auszuschalten.

(apa/red)