Nach vereitelten Anschläge in Deutschland: Medien veröffentlichen grauenvolle Details

Bomben hätten schwerste Verletzungen verursacht Verdächtiger soll demnächst vernommen werden

Die Ermittlungen im Fall der Ende Juli gescheiterten Kofferbomben-Anschläge auf deutsche Nahverkehrszüge dauern unvermindert an. Der im Libanon inhaftierte Terrorverdächtige Jihad Hamad soll von einem Untersuchungsrichter unter Anwesenheit deutscher Ermittler vernommen werden, bestätigte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. Unterdessen wurden grauenvolle Details zur Wirkung der Bomben bekannt.

Laut Ziercke sind drei BKA-Beamte an den Vernehmungen beteiligt, zwei Ermittler und ein Verbindungsbeamter, der ohnehin im Libanon tätig ist. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte die Anwesenheit eines Bundesanwalts bei den Vernehmungen in Beirut. Die Ermittler wollen laut Ziercke feststellen, ob sich ihre bisherigen Erkenntnisse bestätigen und ob neue Ansätze hinzukommen. Insbesondere interessieren sie sich für das Umfeld der mutmaßlichen Täter.

Zwei Täter, darunter der im Libanon verhaftete Hamad, sollen die Bomben den bisherigen Ermittlungen zufolge am 31. Juli in zwei Regionalzügen deponiert haben; die Sprengsätze explodierten aber nicht. Ein dritter in Deutschland verhafteter Verdächtiger soll geholfen haben.

Grauenvolle Details
Die Nachrichtenmagazine "Spiegel" und "Focus" berichteten am vorab, die Täter hätten den Brandsätzen in den Kofferbomben Speisestärke beigemischt, um die Verletzungen zu verstärken. Nach der Zündung der Bombe hätte sich ein Benzin-Luftgemisch mit dem feinen Staub der Stärke vermischt. Wie ein glühender Ölfilm hätte die Mischung die Reisenden überzogen und wäre tief in die Hautschichten eingezogen, schreibt der "Focus".

Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren. Auch zu bisherigen Ergebnissen von Vernehmungen der beiden anderen in Deutschland inhaftierten mutmaßlichen Haupttäter wollte sich Scheuten unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

(apa/red)