Nach Amokläufen mit 20 Toten: Finnland verschärft nach Bluttaten das Waffengesetz

Auflagen verschärft: Waffen nur für über 20-Jährige

Nach zwei Amokläufen mit insgesamt 20 Toten bekommt Finnland schärfere Waffengesetze. Fast zeitgleich mit den ersten Nachrichten aus den USA und Deutschland über die Tötung von zahlreichen Menschen durch einen Amokläufer teilte das Innenministerium in Helsinki mit, dass Schusswaffen in Zukunft nur noch an Käufer über 20 Jahren sowie mit verschärften Auflagen abgegeben werden dürfen.

Im vergangenen September hatte ein 22-Jähriger in einer Schule der Kleinstadt Kauhajoki zehn Menschen erschossen und sich das Leben genommen. Knapp ein Jahr zuvor starben in der Ortschaft Jokela sechs Schüler und zwei Mitarbeiter einer Schule, als ein 18-Jähriger mit seiner Pistole Amok lief. Auch er beging Selbstmord. Beide Täter konnten ihre Waffen aufgrund der betont liberalen finnischen Gesetzgebung ohne Probleme legal erwerben.

Nach Schätzungen des Innenministeriums besitzen 650.000 von 4,5 Millionen Finnen 1,6 Millionen Schusswaffen, die meisten davon für die Jagd. Während bisher schon 18-Jährige als einfache Mitglieder von Sportschützen-Clubs Pistolen kaufen konnten, müssen Käufer in Zukunft mindestens 20 sein, zwei Jahre Mitgliedschaft in einem Schützenverein nachweisen sowie Gutachten ihrer jeweiligen Ausbilder vorlegen. Außerdem sollen erstmals ausgestellte Waffenscheine höchstens fünf Jahre gelten.

(apa/red)