Nach 16 Jahren wieder Präsident: Ortega kehrt an Staatsspitze Nicaraguas zurück

Linker Ex-Staatschef kündigt moderate Politik an

Nach 16 Jahren wieder Präsident: Ortega kehrt an Staatsspitze Nicaraguas zurück

Zwei Monate nach seinem Wahlsieg hat Nicaraguas ehemaliger Revolutionsführer Daniel Ortega das Präsidentenamt offiziell übernommen. Ungeachtet seiner marxistischen Vergangenheit will der 61-jährige Ortega eine moderate Politik verfolgen, die sich an den Grundsätzen der freien Marktwirtschaft orientieren soll. Dennoch dürfte mit dem Machtwechsel in Managua Venezuelas Präsident Hugo Chavez einen weiteren Verbündeten in der Region finden, um seine Allianz gegen die USA weiter zu stärken.

"Wir werden privates Eigentum, unternehmerische Freiheit und die Regeln der Marktwirtschaft vollkommen respektieren", sagte Ortegas zukünftiger Vize-Präsident Jaime Morales, der in den 1980er Jahren die Contra-Rebellen anführte und sich später mit Ortega versöhnte. Ortega hatte während seines Wahlkampfes vor allem den Armen versprochen, mehr für Gesundheit und Bildung auszugeben. Auch mit günstigen Krediten für einkommensschwache Familien und Kleinunternehmen will Ortega die Armut verringern und den Wohlstand verbreitern. Nicaragua ist das zweitärmste Land in Lateinamerika.

Als marxistischer Revolutionsführer hatte Ortega bereits 1979 und damit mitten im Kalten Krieg die Macht in Nicaragua übernommen. Die USA unterstützten daraufhin die so genannten Contra-Rebellen, die die linksorientierte Regierung Ortegas bekämpften und in einen brutalen Bürgerkrieg zwangen. Seit dem Sturz Ortegas 1990 regierten meist US-nahe Politiker das zentralamerikanische Land. Vor seinem Sieg im vergangenen November trat Ortega zwei Mal vergebens bei Wahlen an.

(APA/red)