Nach 9/11 von

USA wendeten Folter an

"Unbestreitbar", wie ein Untersuchungsbericht feststellt - "grausam und inhuman"

Ein nackter Mann mit einer Kapuze über dem Kopf © Bild: thinkstock.at

Ein Untersuchungsbericht hat den USA bescheinigt, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eindeutig Gefangene gefoltert zu haben. Dies sei "unbestreitbar", heißt es in dem Bericht einer überparteilichen US-Kommission, der am Dienstag veröffentlicht wurde. "Wir sind zu der bedauerlichen, aber unvermeidlichen Schlussfolgerung gekommen, dass die USA ein Vorgehen gezeigt haben, dass eindeutig Folter ist", sagte die ehemalige republikanische Kongress-Abgeordnete Asa Hutchinson, die neben dem ehemaligen demokratischen Abgeordneten James Jones die Kommission leitete.

In dem 577 Seiten langen Bericht gehen die Autoren ausführlich auf die Befragungstaktik der US-Behörden gegenüber Terrorverdächtigen ein. Dabei seien Methoden angewendet worden, welche die USA vor dem 11. September 2001 in anderen Staaten als Folter bemängelt hätten. Unter Verletzung des US- und des Völkerrechts hätten Geheimdienstbeamte und Soldaten Gefangene in Afghanistan, im Irak, im US-Gefangenenlager Guantanamo und andernorts "grausam, inhuman und erniedrigend" behandelt.

Jones sagte, dieses Vorgehen schmälere die Fähigkeit der USA, in der Welt Allianzen zu schmieden, beträchtlich. Die Folter war dem Bericht zufolge nie ausdrücklich erlaubt, war aber das Ergebnis von "Entscheidungen der höchsten zivilen und militärischen Anführer" der USA. Dazu zähle die Entscheidung, dass die Genfer Konventionen nicht für Al-Kaida- und Taliban-Aktivisten gelten sollten und dass der Geheimdienst CIA gegenüber Gefangenen "brutale" Methoden anwenden dürfe.

Vor allem Bush-Regierung betroffen

Der Bericht befasst sich vor allem mit der Regierung von George W. Bush, die der CIA etwa geheime Gefängnisse in Staaten wie Polen, Rumänien oder Litauen erlaubte. Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe brutale Verhörmethoden in Guantanamo genehmigt, darunter Stresspositionen, Nacktheit und die Bedrohung mit Hunden.

Die Kommission verweist aber zugleich darauf, dass es auch in der Amtszeit von Präsident Bill Clinton die Praxis des geheimen Transports von Gefangenen in andere Länder gegeben habe. Die jetzige Regierung von Barack Obama wird in dem Bericht unter anderem für die Drohnen-Angriffe in Pakistan und im Jemen kritisiert. Der Untersuchungsbericht wurde von der Bürgerrechtsorganisation The Constitution Project unterstützt.

Kommentare

"Grausam und erniedrigend"
Das war es auch für die Opfer dieser islamistischen Terroristen.

Wer noch immer der Meinung ist, die USA wären demokratisch oder würden in der Welt Demokratie verbreiten, der glaubt auch der Storch bringt die Kinder!

Mal abgesehen davon, dass unter Folter erzwungene Geständnisse das Papier nicht wert sind auf dem sie stehen - man lese mal bei der Inquisition nach welchen hirnverbrannten Holler Leute dort "gestanden" haben - und wahrscheinlich jeder von uns nach ein paar Tagen zugeben würden Kennedy erschossen und Elvis vergewaltigt zu haben, ist mein Vertrauen in ein amerikanisches Militärtribunal höflich gesagt ohnehin mehr als endenwollend.

Und man zeihe mich des Antiamerikanismus (übrigens ein an und für sich blödes Wort), aber mich nerven sie. Denn die Liste der Verbrechen in der sehr kurzen Geschichte ist lang und auch bis in die Jetztzeit wird hier Eigeninteresse vor Menschenrechte und Recht gestellt, siehe oben. Nun haben andere mächtige Regime natürlich ähnliches getan, man denke an China, Russland und andere, selbst unserere nostalgisierte Monarchie war nicht ohne. Was aber das amerikanische Fehlverhalten so heraushebt ist das fröhliche Unterstreichen der eigenen Tugendhaftigkeit während man sein Gegenüber erbarmungslos köpft. Denn die Welt besteht aus "good guys" (wir) und "bad guys" (die anderen) und damit ist jede mögliche Varianz erfüllt. Und ein Verbrechen ist kein Verbrechen mehr wenn man die Hand aufs Herz legt und grölt. Wie gesagt,sie nerven mich.

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