Nach 100 Tagen Regierung: Volk stellt
Großer Koalition schlechtes Zeugnis aus

Verhältnis SP-VP durch "Konfrontation" geprägt ÖVP dominiert Regierung, SPÖ in Umfrage aber vorn

Ein nicht gerade positives Zeugnis stellt die österreichische Bevölkerung der SPÖ-ÖVP-Koalition 100 Tage nach Installierung der neuen Bundesregierung aus. Laut einer österreichweiten Umfrage des Klagenfurter Humaninstitutes glauben zwei Drittel der Befragten, dass das "Arbeitsverhältnis" zwischen den beiden Partnern durch "Konfrontation" (34 Prozent) und "Konkurrenz" (42 Prozent) geprägt sei. Lediglich elf Prozent glauben an eine wirkliche Kooperation, 13 Prozent wollten sich nicht äußern.

Bei der Frage, welcher der beiden Koalitionspartner "die Regierungsarbeit dominiert", schnitt die ÖVP - wie bei anderen diesbezüglichen Befragungen auch - deutlich besser ab: 41 Prozent sehen hier die Schwarzen vorne, nur 32 Prozent die Roten. 27 Prozent der zwischen dem 11. und 18. April befragten 750 Personen gaben sich unentschieden. In ihrer Erwartungshaltung bezüglich der großen Koalition sehen sich satte 62 Prozent enttäuscht, nur 28 Prozent sehen ihre vor der Wahl gehegten Erwartungen erfüllt.

Sonntagsfrage: SPÖ klar vorn
Bei der Sonntagsfrage kommt das Klagenfurter Institut hingegen zu einem überraschenden Ergebnis. Hier würden 32 Prozent die SPÖ und nur 28 Prozent die ÖVP wählen. Die Grünen und die FPÖ kämen demnach auf 14 beziehungsweise 13 Prozent, das BZÖ würde bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt laut Umfrage mit nur zwei Prozent den Einzug in den Nationalrat klar verfehlen. Elf Prozent der Befragten wollten sich nicht festlegen.
(apa/red)