Mysteriöser Angriff auf Nigerianerin in
Wien: Offenbar von Auto aus beschossen

Polizei fand 23-Jährige mit Wunden am Straßenrand Möglicherweise Schussattentat mit Gummiprojektilen

Rätsel gibt ein Angriff auf eine 23-jährige Prostituierte aus Nigeria in der Südportalstraße in Wien-Leopoldstadt auf: Das Opfer war gegen 22.00 Uhr von einer Funkstreife weinend und verletzt am Straßenrand sitzend aufgefunden worden. Laut eigener Aussage wurde die Frau kurz vorher von unbekannten Tätern aus einem vorbeifahrenden Auto angeschossen, teilte der zuständige Ermittelnde von der Wiener Kriminaldirektion 1 mit.

Sie sei zunächst von Unbekannten aus einem vorbeifahrenden Auto angeschossen und bei dem Versuch, davonzulaufen, noch einmal getroffen worden, so die Schilderungen der jungen Frau. In dieses Bild passen die Wunden am linken Oberschenkel sowie auf der linken Gesäßhälfte der Schwarzafrikanerin. Die Verletzungen stellten sich allerdings als leicht heraus. Nach ärztlicher Versorgung konnte das Angriffsopfer nach Hause entlassen werden.

Ein mögliches Fragezeichen orten die Kriminalisten in der Tatsache, dass weder in den vermeintlichen Schusswunden noch am Tatort Projektile gefunden wurden. Ein Durchschuss wurde zunächst ausgeschlossen, da es laut medizinischem Sachverständigem keine Verbindung zwischen den beiden Wundstellen gibt. Möglicherweise verwendeten die Täter Gummigeschoße, hieß es in einer Aussendung der Kriminaldirektion am Montag. Denkbar sei aber auch, dass die Verletzungen nicht mit einer Schusswaffe, sondern auf andere Weise herbeigeführt wurden.

Die Frage nach der Identität der Angreifer sowie ihrem Motiv war vorerst noch völlig offen. Man "ermittle in alle Richtungen", so ein Kriminalist gegenüber der APA. Zunächst wollte man prüfen, ob die Version der Frau richtig sei.

(apa)