Mutter Erde lässt China nochmals erzittern:
Starke Nachbeben verursachen neue Panik

Deutscher nach fünf Tagen aus Trümmern geborgen Ausländische Hilfe erstmals in der Geschichte Chinas

Mutter Erde lässt China nochmals erzittern:
Starke Nachbeben verursachen neue Panik © Bild: Reuters/Gray

Ein deutscher Tourist ist fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in China lebend aus Trümmern gerettet worden. Der Deutsche war in der südwestlichen Stadt Wenchuan 114 Stunden lang verschüttet gewesen. Starke Nachbeben haben die Menschen im chinesischen Erdbebengebiet indessen in neue Panik versetzt. Der heftigste Erdstoß in der Provinz Sichuan hatte amerikanischen Geologen zufolge die Stärke 5,5 und lag nur zehn Kilometer unter der Erdoberfläche - genau wie bei dem verheerenden Beben der Stärke 7,9 am 12. Mai. Die bestätigte Zahl der Todesopfer wurde inzwischen mit mehr als 22.000 angegeben, doch galten mindestens 14.000 Menschen noch als verschüttet, so dass letztlich mit etwa 50.000 Toten gerechnet wurde.

Den Bergungsmannschaften läuft allmählich die Zeit davon. Die Rettungsarbeiten hätten jetzt ihre "kritischste Phase" erreicht, betonte der chinesische Staatspräsident Hu Jintao, der in der Provinz Sichuan eintraf. Die Zeit werde knapp und die Herausforderungen seien immer noch sehr groß, sagte Hu in Beichuan. Der Präsident wolle den Angehörigen der Opfer sein Beileid auszudrücken, die Bergungsarbeiten inspizieren und einige der insgesamt 130.000 mithelfenden Soldaten treffen, meldete Xinhua.

Zeitdruck
Trotz des Zeitdrucks bei den Rettungsarbeiten mussten 18 Experten aus Großbritannien und Kanada in Hongkong weiter auf Einreisevisa warten, wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtete. "Es ist frustrierend", wurde der Brite Willie McMartin zitiert. "Wir können aber nichts dagegen tun."

Andererseits ließ China erstmals in seiner Geschichte ausländische Helfer ins Land. Bergungsexperten aus Südkorea, Russland und Singapur wurden erwartet, eine Gruppe japanischer Katastrophenschutzexperten war schon Sichuan. Bergungsmannschaften aus Japan wurden aber abgelehnt.

500 Mio. € für Rettungsarbeiten
Die chinesische Regierung hat nach eigenen Angaben 5,4 Milliarden Yuan (500 Millionen Euro) für die Rettungsarbeiten bereitgestellt. Der wirtschaftliche Schaden infolge des verheerenden Erdbebens wurde auf 20 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) geschätzt.

(apa/red)