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Lüneburger Serienmörder:
Polizei prüft rund 100 Fälle

Bewegungsprofil des Mannes erstellt

Ein mutmaßlicher Serienmörder aus Lüneburg könnte deutlich mehr Menschen umgebracht haben als zunächst angenommen. Derzeit prüfe man mögliche Verbindungen zu rund 100 ungeklärten Taten, teilte die Polizei am Montag mit. "Bislang haben sich 42 Dienststellen gemeldet, die ungefähr 100 verschiedene interessante Fälle geliefert haben", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg.

Darunter seien auch Vermisstenfälle. Bisher sprach die Polizei davon, dass ein Zusammenhang mit mindestens 24 weiteren Fällen geprüft werde.

Anfang des Jahres hatte die Polizei in Lüneburg eine sogenannte Clearingstelle eingerichtet. "So sollen andere Dienststellen im In- und Ausland in die Lage versetzt werden, ihre Fälle anhand der sogenannten Göhrde-Morde abzugleichen", erklärte der Sprecher. Die Polizei hat ein Bewegungsbild des Mannes erstellt, der längere Zeit auch in Karlsruhe lebte. Der frühere Friedhofsgärtner werde die Polizei noch lange beschäftigen, hieß es schon zuvor. Der mutmaßliche Täter beging 1993 in der Haft Selbstmord.

Derzeit würden zudem etwa 200 Spuren und Asservate vom Landeskriminalamt Niedersachsen ausgewertet, hatte der Polizeisprecher mitgeteilt. Sie waren im April bei einer Durchsuchung im früheren Haus des Verdächtigen sichergestellt worden. Unter der Garage war vor fast einem Jahr die vergrabene Leiche einer seit 1989 vermissten Frau gefunden worden. Der frühere Hausbesitzer gilt auch als verantwortlich für zwei Doppelmorde in der Göhrde von 1989. In dem östlich von Lüneburg gelegenen Waldgebiet waren damals zwei Paare getötet worden.

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