Muslimisches Heiligtum bedroht: UNESCO verlangt Ausgrabungsstopp am Tempelberg

Bericht über Grabungen in Altstadt wird vorgelegt Arabische Staaten wandten sich an Vereinte Nationen

Muslimisches Heiligtum bedroht: UNESCO verlangt Ausgrabungsstopp am Tempelberg

Die UNESCO wird nach israelischen Medienberichten einen Stopp der umstrittenen Tempelberg-Ausgrabungen in Jerusalem verlangen. Die UNO-Organisation werde einen entsprechenden Bericht über die Grabungen in der Altstadt vorlegen, die heftige muslimische Proteste hervorgerufen hatten. Die Gläubigen fürchten, durch die Arbeiten könnte das muslimische Heiligtum auf dem Tempelberg Schaden nehmen.

Wie die israelische Zeitung "Haaretz" und andere Medien berichteten, wird die UNESCO die Einstellung der Grabungen fordern, um eine stärkere internationale Beteiligung zu ermöglichen. Die Regierungen arabischer Staaten hatten sich deswegen an die Vereinten Nationen gewandt. Nach Darstellung der israelischen Behörden ist weder der Felsendom noch die Al-Aksa-Moschee durch die Grabungen bedroht. Die UNESCO hatte Experten nach Jerusalem entsandt. Nach der Ausgrabung soll an der Stelle ein neuer Fußweg für Touristen zum Tempelberg gebaut werden.

1990 hatten israelische Soldaten auf dem Platz vor der Al-Aksa- Moschee 21 Palästinenser erschossen. Als im September 1996 unterhalb des Tempelberges ein Tunnel geöffnet werden sollte, sahen die Muslime dies als Angriff auf ihr Heiligtum. Bei tagelangen Unruhen im Westjordanland und im Gaza-Streifen kamen damals mehr als 80 Menschen ums Leben. Schwere Konflikte verursachte im September 2000 der Tempelberg-Besuch des damaligen israelischen Oppositionschefs Sharon. (apa)