Musik im Internet von

Streaming-Offensive

Spotify und Juke: Zwei Dienste wollen auch in Österreich neue Alternative aufzeigen

Musik im Internet - Streaming-Offensive © Bild: Corbis

Die Musik-Industrie hat einen neuen Hoffnungsträger im Kampf gegen das Raubkopierertum. "Streaming" heißt das Zauberwort und bietet zu den angestaubten Vertriebsmodellen eine sinnvolle Alternative, bei der der User für unbegrenzten Musikkonsum eine Flatrate bezahlt. Die Anbieter Spotify und Juke rittern nun seit kurzem auch in Österreich um die Kundschaft.

Der Grundgedanke beider Dienste ist einfach umschrieben: Für einen monatlichen Fixpreis (maximal rund 10 Euro in der "Vollausstattung") bekommen Kunden soviel Musik um die Ohren geschmissen wie sie möchten. Der Zugang ist weitgehend flexibel, wahlweise über Computer aber via App auch über Mobiltelefone kann man von seinem Konto Gebrauch machen und auf mehrere Millionen Musiktitel zugreifen.

Gestreamt wird bei monatlichem Pauschalpreis je nach Einstellung nur erstmalig: Beide Dienste verfügen über einen Offline-Modus, der Playlists und Songs bis zu einer gewissen Datenmenge auch dann parat hält, wenn das Gerät einmal nicht mit dem Internet verbunden ist.

3, 2, 1: Musik!
Die Installation beider Dienste ist in Windeseile erledigt. Juke hat hier den Vorteil, dass es sich um eine browserbasierte Lösung handelt und man somit keine zusätzliche Software runterladen muss. Nach einer kurzen Registrierung kann man also gleich loslegen. Spotify ist hier wesentlich anspruchsvoller. Um in das Angebot von rund 13 Millionen Songs abtauchen zu können, benötigt man einen Facebook-Account und muss darüber hinaus auch noch einen Client downloaden. Mit der Software bekommt man allerdings auch eine schönere Verpackung, sie erinnert sehr stark an iTunes und bietet auch unvergleichlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als die spartanische Browser-Oberfläche von Juke.

Sound-Check
Vergleicht man beide Dienste akustisch, so muss man derzeit Spotify den Vorrang geben. Juke heftet sich zwar einzigartige "Dolby Pulse"-Qualität an die Fahnen, allerdings kann der Audiocodec aufgrund seiner Komprimierung allenfalls bei mobilen Endgeräten überzeugen. Hat man die volle Bandbreite zur Verfügung, nageln die satten 320 kbps von Spotify den vergleichsweise "zierlichen" Juke-Sound (immerhin in CD-Qualität) an die Wand. Generell muss sich der Sound aber auf beiden Plattformen nicht verstecken und repräsentiert jene Qualität, die auf den meisten Abspielgeräten im Lande vorzufinden sein dürfte.

Bonus-Programm
Sowohl Spotify als auch Juke haben noch ein Extra-Ass im Ärmel. Bei Spotify genießt man den Bonus, seine Musiksammlung mit Apps erweitern zu können. Für das Lesen hochwertiger Musikkritiken, den Kauf von Konzerttickets oder das Mitsingen von Texten des Lieblingssongs gibt es Mini-Applikationen, die das musikalische Universum erweitern. Juke hingegen setzt auf eine Kooperation mit dem Hardwarepartner Sonos: Kann man dessen Audio-Systeme sein Eigen nennen, lässt sich das Juke-Erlebnis drahtlos an diese Audiolösungen weiterleiten. In beiden Fällen praktisch.

Ersteindruck
Wer gerne und viel Musik hört, sollte beide Streaming-Dienste unbedingt ausprobieren, schließlich ist der anfängliche Zugang - wenn auch mit eingeschränkten Features - in beiden Fällen kostenlos. Derzeit scheint noch Spotify die Nase vorn zu haben: Juke bietet zwar einen Tick mehr Songs an als der Konkurrent und ist aufgrund der browserbasierten Oberfläche sicher leichter zugänglich, dafür punktet Spotify damit, worauf es letztlich ankommt: Nämlich mit besserem Sound sowie mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und sogar Add-Ons.

Weiterführende Links:
spotify.com
myjuke.com